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Rapperswil-Jona
25.10.2021
28.10.2021 08:44 Uhr

Warme Stube dank kaltem Oberseewasser

Die Gebiete Altstadt und Südquartier sollen ab 2025 zuerst mit Fernwärme aus dem Obersee versorgt werden.
Die Gebiete Altstadt und Südquartier sollen ab 2025 zuerst mit Fernwärme aus dem Obersee versorgt werden. Bild: zVg
Mit dem Projekt «SeeRose» ermöglicht Energie Zürichsee Linth, mit Innovation dem Klimawandel in der Zukunft Rechnung zu tragen. Die gesamte Investition beläuft sich auf rund 30 Mio. Franken.

An Informationsveranstaltungen für potentielle Kunden wurde das ökologisch zukunftsträchtige Fernwärmesystem «SeeRose» für Rapperswil-Jona vorgestellt. Das System des Projekts klingt einfach: Im Obersee ist viel Wärme gespeichert. Diese Energie kann einfach und auf unbeschränkte Zeit genutzt werden. Das Konzept sieht vor, dass rund 800 Meter vom Ufer ­entfernt Seewasser in ca. 10 Meter Tiefe gewonnen und in einer Energie­zentrale mittels Wärmepumpen die notwendige Wärme von rund 70°C produziert wird. Der Vorteil gegenüber anderen Lösungen ist die relativ hohe Ausgangstemperatur, so werden Stromkosten eingespart.

Dem Seewasser wird Wärme entzogen und es wird danach physikalisch unverändert wieder in den See gepumpt. Die Wärme wird mittels eines Fernwärmenetzes den Liegenschaften im definierten Perimeter zugeführt. Zur ­Spitzenlast-Deckung wird Gas eingesetzt. Mit dieser ­Kombination ist eine höchstmögliche Versorgungs­sicherheit gewährleistet.

So funktioniert der Kreislauf des Oberseewasser für ökologische Fernwärme. Bild: zVg

Neue Besitzverhältnisse

Bis 2016 hiess die Firma, die ihren Sitz im Industriegebiet Buech in Jona hat, Erdgas Obersee und war vollständig im Besitz der Stadt Rapperswil. Der Name wurde in Energie Zürichsee Linth geändert und die Besitzverhältnisse sehen heute so aus: Ein Drittel besitzt immer noch die Stadt Rapperswil-Jona, ein Drittel die CS Anlagestiftung und ein Drittel gehört 800 Einzelaktionären.

Investition beläuft sich auf 30 Mio. Franken

An der Veranstaltung auf der Dachterrasse des neuen Hotel Moxy begrüsste Stadtrat Boris Meier die Gäste und betonte, dass die Stadt dieses innovative Projekt in aller Form unterstütze. Die gesamte Investition beläuft sich auf rund 30 Millionen Franken, weshalb es wichtig ist, dass möglichst viele Immobilienbesitzer sich daran beteiligen.

CEO Ernst Uhler übergab stolz das Wort an Bereichsleiter Beat Sommavilla und Projektleiter Roman Fausch für die Details zum Projekt. Die ganzen Anlagen benötigen wenig sichtbaren Platz. Es ist vorgesehen, zwischen der Eishalle und dem Kinderzoo aus dem See zu pumpen und danach auf dem alten Gasareal zu erwärmen und dann über die Oberseestrasse und die Rietstrasse im ganzen Südquartier zu verteilen. Auch der südliche Teil der Altstadt kann versorgt werden.

Die Referenten von Energie Zürichsee Linth (v.l.n.r.): Roman Fausch (Projekt-leiter), Ernst Uhler (CEO), Beat Somavilla (Bereichsleiter). Bild: Hans Peter Rathgeb

System bereit ab 2025

Nach einem genauen Zeitplan sollte das Projekt Ende 2024 in Betrieb genommen werden können. Dabei kann die Sanierung der Oberseestrasse genutzt werden, um die Leitungen zu verlegen. Der Wärmeverlust des auf 70 Grad erhitzten Wassers beträgt nur 5 bis 7 Prozent, damit ist das Wasser immer noch warm genug, um die Gebäude zu erwärmen und warmes Wasser zu liefern. Wenn jemand die Heizung sofort ersetzen muss, bietet EZL auch Überganslösungen an, bis das System vollständig verfügbar ist. Sowohl für Neubauten wie auch für Sanierungen von bestehenden Liegenschaften lohnt sich eine Installation. Mit der geplanten Anlage können 5'000 Tonnen CO2 pro Jahr reduziert werden.

Auf der Website www.ezl.ch findet man alle Details zum Projekt.

Dieses kleine Gebäude wird auf dem ehemaligen Fussballplatz neben der Eishalle sichtbar sein. Alle Tätigkeiten finden unterirdisch statt und verursachen keine Lärmemissionen. Bild: zVg
Hans Peter Rathgeb, freier Mitarbeiter Linth24