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Leserbrief
Rapperswil-Jona
21.01.2021

«Kein Wurstkranz – trotzdem wird gewurstelt in Rappi-Jona»

Herbert Oberholzer: «Die Frau in der Alterswohnung im Porthof will doch ihren langzeitpflegebedürftigen Mann im Pflegezimmer unter dem gleichen Dach besuchen und nicht im Schachen, weil sie vielleicht auch noch gehbehindert ist. » Bild: Linth24
Architekt Herbert Oberholzer kritisiert, dass in Rapperswil-Jona trotz Ausfall des Wurstkranzes in Sachen Porthof fest «herumgewurstelt» wird.

«Ja, kein Wurstkranz. Aber dafür wird im Stadtrat tüchtig gewurstelt. Man weiss gar nicht wo beginnen. Beim Porthof arbeiten sie seit 8 Jahren richtigerweise am Konzept von Alterswohnungen mit Pflegezimmern. Den zwei bestens ausgewiesenen Fachleuten, dem gekündigten Christoph Künzli sowie dem neu angestellten Markus Bühler, ist es völlig klar, dass das so sein muss. Jetzt kommen die Schildbürger vom Gemeindehaus und wissen es besser. Die Parteien ausser GLP sagen nichts. In ihrer verhängnisvollen Nibelungentreue schützen sie ihre Deputierten im Stadtrat.

Jetzt kommen noch Sozialromantiker

Dann kommen noch die Sozialromantiker die meinen, dass die Kindergärtler den alten Leuten zum glücklich-älter-werden gereichen, ohne letztere zu fragen, ob sie den Kinderlärm rund um ihre Wohnung auch wirklich schätzen würden.
Die Frau in der Alterswohnung im Porthof will doch ihren langzeitpflegebedürftigen Mann im Pflegezimmer unter dem gleichen Dach besuchen und nicht im Schachen, weil sie vielleicht auch noch gehbehindert ist. Das ist doch die Idee!

Letztlich geht es nur ums Geld

Letztlich geht es ja nur ums Geld: 250'000 Fr. jährliches Defizit, das nicht einmal ausgewiesen ist. Derweil werden dem Sport jährlich viele Millionen Franken Steuergelder gesprochen. Und mit den nicht nötigen Abbruch- und Umbaukosten könnte man schon 10 – 15 Jahre abdecken!

Wo sind übrigens Alterswohnungen / Pflegeplätze in Rapperswil? Nirgends geplant! Vielleicht einige im Bürgerspital. So werde ich wohl oder übel vom Hauptplatz mal nach Jonas Schachen verschachert.

BWZ im Stadtzentrum

Es sei denn, es kehre beim Stadtrat die Einsicht ein, beim Lido Alterswohnungen zu bauen statt ein BWZ, das sich übrigens am jetzigen Standort bestens weiterentwickeln liesse. Übrigens wollte mein Schulkamerad aus Uznach, Hans-Ulrich Stöckling, als ehemaliger Erziehungsdirektor die Berufsschule in Rapperswil ganz auflösen. Ich kämpfte als ehemaliger Präsident der Berufsschulkommission im Kronensaal Kempraten dagegen und mein Anliegen wurde kräftig applaudiert. Die Berufsschule ist immer noch in Rapperswil!

Die Ironie des Schicksals: jetzt muss ich am heutigen idealen Standort gegen den Sohn meines ehemaligen Schulkameraden kämpfen. Er und seine Entourage halten das Hoch der Demokratie offenbar nicht für zwingend notwendig. Die Vox Populi mögen sie nicht hören im Stadthaus. Es schmerzt sie wie ein lästiger Tinnitus.

Wird man noch lange nicht vergessen

Noch zum Wurstkranz: bei ihm sind die schlechten Witze nach dem Aschermittwoch vergessen. Der Wurstsalat aus dem Stadthaus kann noch lange nach dem 17. Febr. schlecht schmecken oder für immer ungeniessbar sein. Dem Vernehmen nach liegt immerhin ein Entwurf der Altersstrategie vor, der mit allen wichtigen Akteuren diskutiert werden soll. Das ist ein Silberstreifen am Horizont, besser spät als nie. Ich bin zuversichtlich!»

Herbert Oberholzer, Architekt BSA SIA aus Rapperswil-Jona