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Eschenbach
20.08.2020
20.08.2020 15:33 Uhr

Leiter kündigt nach Schändung im Altersheim

Das Altersheim Berg in St.Gallenkappel gehört zu den Eschenbacher Heimbetrieben. Bild: zvg
Der Abgang des verantwortlichen Leiters der Eschenbacher Heimbetriebe wirft Fragen auf. Ist die Schändung im Altersheim St. Gallenkappel der wahre Grund dafür?

Bruno Kehl hat sich entschieden, das Pflegezentrum Eschenbach zu verlassen. Zu seinem Verantwortungsbereich gehört auch das Altersheim Berg, welches im Fokus der Öffentlichkeit steht, nachdem ein Pfleger eine demente Bewohnerin geschändet hat.

Begründet wird dieser Schritt laut einer Pressemitteilung der Gemeinde Eschenbach «durch unterschiedliche Auffassungen der Zusammenarbeit zwischen der operativen Heimleitung und der strategischen Führung.» Diese im Wirtschaftsjargon oft verwendete, sybillinische Formulierung bedeutet normalerweise, dass das ausführende Organ, in diesem Fall der Heimleiter, entweder nicht mehr gewillt oder nicht mehr fähig ist, die Ziele und Vorgaben seiner Führungsebene zu erfüllen. Weiter heisst es: «Das Wohlbefinden der Bewohnenden, die respekt- und würdevolle Betreuung sowie die Mitarbeiterzufriedenheit stehen im Zentrum der Überlegungen.»

Externe Fachpersonen begleiten

Die Betriebskommission dankt Bruno Kehl «für die engagierte Führung der Heime in den vergangenen neun Jahren und setzt sich stark dafür ein, zeitnah eine geeignete Nachfolge zu finden.» Könnte im Klartext heissen: Er hat den Job hingeschmissen, die Betriebskommission damit überrascht und diese konnte seine Nachfolge nicht sauber planen.

Weiter geht es in der Mitteilung: «Parallel dazu werden die Vorkommnisse im Dialog mit den Mitarbeitenden aufgearbeitet. Dabei sollen die Strukturen, Prozesse und auch das Angebot des Pflegezentrums Eschenbach durchleuchtet werden, um allfällige Schwachpunkte und Verbesserungspotenziale zu erkennen und effektive Massnahmen zu treffen. Dieser Prozess wird gezielt durch externe Fachpersonen begleitet.»

Anspruchsvolle Situation

Vorkommnisse? Gibt es neben der Schändung noch andere Vorfälle? Schwachpunkte, Verbesserungspotenziale, externe Fachleute: Das tönt nicht nach einem empfehlenswerten bisherigen Leistungsausweis des Betroffenen. 

Der Präsidentin der Kommission Alter, Frau Dr. Karen Peier, ist zu wünschen, dass Sie von allen Beteiligten die vollste Unterstützung und Akzeptanz für die Umsetzung dieser anspruchsvollen Situation erhält. 

Markus Arnitz, Linth24