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Schmerikon
17.08.2021
17.08.2021 11:54 Uhr

6 tote Hunde – wie geht es weiter?

In Schmerikon herrscht viel Ungewissheit, was die Blaualgen-Entwarnung betrifft.
In Schmerikon herrscht viel Ungewissheit, was die Blaualgen-Entwarnung betrifft. Bild: pixabay
In Schmerikon sind bereits sechs Hunde wegen Blaualgen im Wasser gestorben. Welche Gefahren bedeutet das für badende Menschen und Tiere? Sind Kleinkinder besonders gefährdet?

Eigentlich hätte eine Probe am Freitag bestätigen sollen, dass die Gefahr der Blaualgen in Schmerikon nun vorbei ist, doch das Gegenteil traf ein: Just an diesem Tag verstarb Hund Nummer sechs, eine Bulldogge, ebenfalls aufgrund derselben Vergiftung – das Wasser ist also weiterhin noch nicht sicher. 

Gemeindepräsident Félix Brunschwiler in der Linth-Zeitung: «Wenn es eine Bulldogge erwischen kann, was bedeutet das für Kleinkinder?» Denn obwohl die Bademeile in Schmerikon abgesperrt ist, gibt es immer noch Familien mit Kindern, welche die Absperrung ignorieren. 

Einige Liter Wasser nötig

Eine Internet-Recherche von Linth24 zeigt Folgendes (Quelle: Bundesamt für Umwelt, IOW, Eawag):

  • Eine tödliche Dosis für Kleinkinder würde einige Liter Wasser benötigen, die getrunken werden müssen 
  • Empfindliche Menschen sollten die Gewässer aber vermeiden. Auch Kinder sollten bei einer Algenblüte nicht mehr baden oder in Ufernähe spielen
  • Schluckt man das Wasser, drohen Durchfall, Erbrechen oder Kopfweh. An der Haut können Hautreizungen und Quaddeln auftreten
  • Wer trotzdem ein Bad riskieren will, sollte den Mund zu halten, sich hinterher gut abduschen und die Badekleidung gut auswaschen
  • Für Tiere kann es tödlich sein, das Blaualgen-Wasser zu trinken. Rinder, Hunde und auch Enten sind dadurch schon ums Leben gekommen
  • Blaualgen sind eigentlich Bakterien
  • Von den rund 2000 bekannten Blaualgenarten produzieren nur ein paar Dutzend Giftstoffe. In geringen Mengen sind diese Toxine für gesunde Menschen kein Problem. Anders ist es, wenn sich auf Seen oder anderen Gewässern regelrechte Blaualgen-Teppiche bilden. Dann nämlich ist die Konzentration höher

Mit Nachdruck dahinter

Im Seedorf herrsche momentan viel Ungewissheit, so Brunschwiler. Man wisse nicht, wann man wieder Entwarnung geben könne – so wird bei schönen Tagen wie am Wochenende leider nichts aus einer Abkühlung im schönen See. Gegenüber Radio Zürisee hat Felix Brunschwiler an den Kanton St. Gallen appelliert: «Wir erwarten, dass die kantonalen Fachstellen den Vorfällen die nötige Aufmerksamkeit schenken. Jetzt muss man mit Nachdruck dahinter.»

Linth24