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Rapperswil-Jona
26.04.2021
26.04.2021 13:44 Uhr

Shitstorm gegen Kritiker der Kapo St.Gallen

Eine grosse Mehrheit der Kommentare pflichtet bei, dass die Polizei in Rapperswil einen guten Job gemacht hat.
Eine grosse Mehrheit der Kommentare pflichtet bei, dass die Polizei in Rapperswil einen guten Job gemacht hat. Bild: Linth24
Über 4'000 Demonstranten, unbewilligt in Rapperswil-Jona am Samstag. Die Polizei war stets präsent, konnte eine Eskalation verhindern – und steht trotzdem in der Medien-Kritik. Dagegen gibt es nun aber heftige Gegenkritik.

Nach wie vor wirft die unbewilligte Corona-Demonstration in Rapperswil-Jona vom letzten Samstag hohe Wellen. In der Kritik steht auch die Kapo St.Gallen, welche erfolgreich verhindert hat, dass es in der Rosenstadt zu Eskalationen oder überhaupt zu irgendwelchen Unruhen kam. Und das bei über 4'000 Leuten, die mit ihrem Erscheinen ihren Unmut gegenüber den Corona-Massnahmen geäussert haben.

Trotzdem wird nun der Polizei auf Social Media und in einigen Medien vorgeworfen, sie hätte einschreiten und durchgreifen müssen. Grund für Kritik liefert auch eine Umarmung, welcher ein Polizist einer aufgestellten Demonstrantin nicht verweigern wollte.

  • Eine Demonstrantin in Rapperswil in Polizisten-Umarmung, nachdem sie... Bild: Twitter
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  • ... ihn dazu aufgefordert hat. Bild: Twitter
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Diese spontane Aktion sorgte auf Twitter für Aufsehen und lieferte verschiedenen Medien die Schlagzeile «Shitstorm gegen die St.Galler Polizei». Dem pflichten einige User bei. Liest man aber die Kommentare vertieft, erkennt man, gegen wen sich der angebliche Shitstorm tatsächlich richtet (Kommentare von blick.ch/nau.ch/twitter etc.):

  • Manuela Fischer: «Danke auch an die Polizei!» (214 Likes, 34 Dislikes)
  • Stefan Kelly: «Bravo Polizei Rapperswil. Ein echter Beitrag an die fehlende Debatte in diesem Land. Das ist Grösse!» (326 Likes, 88 Dislikes)
  • Blitzgenerator: «Keine Maske, kein Abstand, kein Anstand» (17 Likes, 36 Dislikes)
  • Pietro Savastano: «Es ist traurig, wie lächerlich sich die Polizei gibt» (16 Likes, 79 Dislikes)
  • Hans Schlatt: «Die Polizei ist nur noch ein Armutszeugnis» (13 Likes, 49 Dislikes)
  • Roland Lüthi: «Sehr sympathisch von dem Polizisten» (155 Likes, 40 Dislikes)
  • Marcel Hediger: «Super gestern dieser Polizist hat einen Applaus verdient» (174 Likes, 46 Dislikes)
  • Ursula Meier: «Polizisten können leider nichts dafür» (220 Likes, 29 Dislikes)
  • Rainer Maier: «Ich würde ja gerne wissen, ob der Polizist auch die nächste Parksünderin so innig umarmt» (85 Likes, 147 Dislikes)
  • Tobias Sommermatter: «Die Kapo St.Gallen lacht über alle, die sich an die Gesetze halten» (70 Likes, 119 Dislikes)
  • Marcel Müller: «Ein Polizist mit Herz. Was soll dabei so schlimm sein? Soll man die Gesellschaft spalten oder freundlich miteinander umgehen?» (137 Likes, 27 Dislikes)

Verständnis für Polizist

Der St.Galler Polizeisprecher Hanspeter Krüsi sagt dazu auf nau.ch: «Ich kann verstehen, dass der Polizist der Kantonspolizei St.Gallen so reagiert hat. Die Alternative wäre gewesen, die Frau abzuwehren, das wäre dann auch kritisiert worden. Das ist eine empathische, freundliche Reaktion.»

Und weiter heisst es in einer Medienmitteilung der Kapo: «Die Einsatzleitung hatte nebst den Verstössen gegen die Covid-Vorschriften noch weitere Rechtsgüter abzuwägen. Dazu gehörte zum Beispiel die Gefahr von Gruppendynamiken und damit verbundenen Sachbeschädigungen oder gar verletzten Personen. Aus diesem Grund hat sie entschieden, die Veranstaltung nicht gewaltsam aufzulösen. Dass dies auf Seiten der Gegner der heutigen Veranstaltung auf Kritik stösst, ist verständlich – ein hartes Durchgreifen wäre rechtstaatlich nicht zu verantworten gewesen.»

Redaktion Linth24