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Region
24.03.2021
24.03.2021 07:40 Uhr

Weesner und Ammler wollen Deponie «löschen»

Die Petition «Nein zur Deponie im Sittenwald» beantwortet der Gemeinderat Amden und der Gemeinderat Weesen positiv.
Die Petition «Nein zur Deponie im Sittenwald» beantwortet der Gemeinderat Amden und der Gemeinderat Weesen positiv. Bild: ZVG / Ortsgemeinde Weesen
Die Gemeinderäte in Weesen und Amden beantragen bei der Regierung des Kantons St. Gallen, den geplanten Deponiestandort Sittenwald aus dem kantonalen Richtplan zu löschen.

Im Rahmen der Richtplan-Anpassung 21 möchte der Kanton St. Gallen den geplanten Deponiestandort im Sittenwald definitiv festsetzen (bisher war der Deponiestandort mit dem Vermerk «Zwischenergebnis» im kantonalen Richtplan eingetragen). Zum Entwurf der Richtplan-Anpassung 21 kann bis zum 31. März 2021 jedermann eine Vernehmlassung an das kantonale Amt für Raumentwicklung und Geoinformation (AREG) abgeben.

Petition «kei Deponie Sittewald»

Bezüglich des geplanten Deponiestandortes fand am 10. November 2020 ein Forum statt, an welchem die Ortsgemeinde Weesen als Grundeigentümerin und Initiantin des Projekts dieses der Bevölkerung vorstellte. Im Januar 2021 wurden bei den Gemeinderäten von Weesen und Amden eine Petition mit total insgesamt 428 Unterschriften (173 Unterschriften von Einwohnern aus der Gemeinde Amden, 255 aus der Gemeinde Weesen) eingereicht, in welcher die Räte der beiden Gemeinden dazu aufgefordert werden, sich gegen eine Festsetzung des geplanten Deponiestandorts im kantonalen Richtplan einzusetzen.

Deponie ist im Richtplan zu löschen

Der Gemeinderat Amden anerkennt die Bedürfnisse des Kantons St. Gallen, der Region und der Gemeinden nach zusätzlichen Deponiestandorten in der Region. Nach eingehender Prüfung der vorliegenden Unterlagen und nach Anhörung verschiedener Parteien inkl. der Ortsgemeinde Weesen ist der Gemeinderat Weesen und auch der Gemeinderat Amden allerdings zum Schluss gekommen, dass der Standort der geplanten Deponie beim Sittenwald – insbesondere hinsichtlich der Erschliessung – sich für ein solches Vorhaben nicht eignet und deshalb im Richtplan zu löschen ist.

Zufahrt durch Ortskern von Weesen und Ortsteil Fli

Als problematisch erachten die Gemeinderäte insbesondere die Zufahrt mitten durch den Ortskern von Weesen und den Ortsteil Fli. Da die Kantonsstrasse durch Weesen und den Ortsteil Fli für das Kreuzen von Lastwagen bereits heute sehr schmal ist und die Platzverhältnisse auf beiden Seiten der Strasse stark eingeschränkt sind, besteht aus Sicht des Gemeinderates Amden auch keine Möglichkeit, die Probleme der Erschliessung in den nachfolgenden Planungsverfahren zu lösen.

Sicherheitsmanko für Schülerschaft

Auch der Gemeinderat Weesen findet, dass die Breite dieser Kantonsstrasse ein gefahrloses Überholen von Velofahrern und insbesondere das Kreuzen der Lastwagen an mehreren Stellen nicht zulässt. Der geplante Deponie-Schwerverkehr würde dieses bereits bestehende Sicherheitsmanko für den Langsamverkehr (insbesondere für die Schülerschaft und Kindergärtner) noch weiter verstärken und auch zusätzliche Immissionen entlang der Kantonsstrasse schaffen.

Alternative Anlieferungswege

Sollte der Kanton den Deponiestandort im Richtplan wider Erwarten trotzdem festsetzen, wird sich der Gemeinderat Weesen dafür einsetzen, dass alternative Anlieferungswege für das Deponiematerial (Ledischiff ab Standort Gäsi, Seilbahn, Förderband etc.) zum Tragen kommen, um die Weesner Bevölkerung vor zusätzlichen Immissionen zu schützen und um die Verkehrssicherheit nicht zusätzlich zu beeinträchtigen.

Der Gemeinderat Amden beantragt im Falle eines Nichtfolgens des Antrags, den Koordinationsstand als «Zwischenergebnis» zu belassen, bis für alle relevanten Prüfkriterien zumindest Lösungsansätze aufgezeigt werden können und bis zwischen den betroffenen Gemeinden Amden und Weesen sowie den Projektinitianten (Ortsgemeinde Weesen) verbindliche Regelungen vorliegen, wie den wichtigsten Konflikten entgegengewirkt werden kann.

Löschungs-Antrag

Im Rahmen seiner Vernehmlassung zu den Richtplananpassungen 21 beantragt der Gemeinderat Amden sowie auch Weesen bei der Regierung des Kantons St. Gallen, den geplanten Deponiestandort aus dem kantonalen Richtplan zu löschen.

Der GR Amden stützt sich in seinem Antrag auf die kritische Beurteilung hinsichtlich der Eignung des Deponiestandortes, stellt aber auch das Vorgehen des Kantons bezüglich der Aufnahme neuer Deponiestandorte in den kantonalen Richtplan in Frage, insbesondere in Bezug auf die fehlende Zusammenarbeit mit den betroffenen Gemeinden. 

Petition wird positiv beantwortet

Die Petition «Nein zur Deponie im Sittenwald» beantwortet der Gemeinderat Amden und der Gemeinderat Weesen im Sinne vorgenannter Vernehmlassung zu den Richtplananpassungen 21 positiv.

Linth24