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Leserbrief
Uznach
01.12.2020
01.12.2020 12:06 Uhr

Gemeinderat fragt: «Wo bleiben Wertschätzung und Anstand?»

Gemeinderat Felix Schnyder beendet nach der kommenden Bürgerversammlung seine Amtstätigkeit. Bild: Linth24
Für den Uzner Gemeinderat Felix Schnyder wird die kommende Bürgerversammlung die letzte sein. Für ihn sprengt das Verhalten der SVP Uznach den Rahmen des Anstandes und Respektes.
  • Leserbrief von Uzner Gemeinderat Felix Schnyder

«Nach drei Amtsdauern und somit 12 Jahren im Gemeinderat wird die kommende Bürgerversammlung die letzte in meinem Amt sein. Eine arbeitsintensive Zeit geht damit zu Ende.

Mehr als mein halbes Leben wohne ich nun in Uznach und fast ebenso lange nehme ich am politischen Leben für unsere Gemeinde teil. Mit Kritik leben und umgehen bin ich gewohnt. Was sich nun aber die Exponenten der SVP Uznach und das selbsternannte Bürgerforum (gleiche Kontaktadresse wie SVP, Namen sind auf der Webseite des Bürgerforums aber keine ersichtlich) medial im Vorfeld zur Bürgerversammlung erlauben, sprengt den Rahmen des Anstandes und Respektes gegenüber Verwaltung und Rat.

Beamte werden verunglimpft

Da werden die Uzner Behördenmitglieder und Gemeindeangestellte – welche sich tagtäglich und teilweise auch nachts für diese Gemeinde mit bestem Wissen und Gewissen einsetzen – als «liederlich» und verantwortungslose Beamte («Beamte kassieren...» etc.) dargestellt und verunglimpft. Das geht mir nun definitiv zu weit. Insbesondere von einer Partei, welche sich aus der Verantwortung nimmt und nur noch Opposition in der Gemeinde betreiben will – statt aktiv und konstruktiv mitzuarbeiten – sind solch abwertende Äusserungen schlicht fehl am Platz.

Wo bleibt die Wertschätzung?

Man darf verschiedener Meinung in der Sache sein und diese auch kundtun. Man soll kritisch sein und die Kritik auch anbringen. Aber hier ist der Bogen überspannt worden. Wo bleibt die Wertschätzung für die geleistete Arbeit und den Einsatz von Verwaltung und Rat? Wie werden die vielen investierten Stunden Arbeit verdankt? 

Negative Kommunikationskultur

Diese Art von Kommunikation hilft nun definitiv nicht, jeweils motivierte Personen zu finden, welche sich öffentlich zum Wohl der Gemeinde einsetzen wollen oder sollten. Es dürfte auch abschreckend wirken, in eine Gemeinde zu ziehen, wo eine derart negative Kommunikations- und Gesprächskultur an den Tag gelegt wird. Ein tiefer Steuerfuss allein macht noch keine attraktive Gemeinde aus. Dazu gehört mehr.

Dank & Wünsche

Ich hätte meine Amtstätigkeit gerne anders als mit diesem Leserbrief beenden lassen. Es ist mir aber gerade deswegen ein Anliegen, allen Mitbürgerinnen und Mitbürger, die mit Engagement und konstruktiv zum Wohl unserer ganzen Gemeinde mitwirken, bestens zu danken. Bedanken möchte ich mich vor allem bei allen Gemeindemitarbeiterinnen und -mitarbeiter, welche sich motiviert tagtäglich für unsere Gemeinde einsetzen.

Zum Schluss aber auch noch ein Dankeschön an meine bisherigen Ratskolleginnen und -kollegen für die vielen interessanten Auseinandersetzungen, Diskussionen und das Mitwirken. Dem neu zusammengesetzten Rat wünsche ich viel Erfolg und den nötigen Respekt für ihre Arbeit.»

Felix Schnyder, Gemeinderat in Uznach