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Leserbrief
Uznach
04.10.2020
04.10.2020 08:13 Uhr

5G-Antennen durch die Hintertür in Uznach

Montage einer 5G Mobilfunk-Antenne.
An drei Standorten, darunter beim Spital, sollen in Uznach 5G-Antennen gebaut werden. Merkwürdig: Nur Anwohner im 30-Meter-Radius wurden informiert, schreibt Linth24-Leser Ramon Wagner.

Wussten Sie, dass beim Spital Uznach eine 5G-Antenne gebaut werden soll? Und auf dem Ochsen und an der Burgerrietstrasse?

Obwohl unmittelbar vor unseren Gebäuden an der Burgerrietstrasse ein Baugesuch für eine Mobilfunk-Antenne aufliegt, haben nicht einmal wir als die direkten Anstösser eine Anzeige erhalten. Alles korrekt gelaufen, im Radius von 30 m seien die Anstösser informiert worden, rechtfertigt sich die Verwaltung – dies, obschon im Gesuch der maximale Abstand zur Berechtigung zur Einsprache mit 990 m angegeben ist.

Gesuchsunterlagen undurchsichtig und unverständlich

Ebenso undurchsichtig sind die Unterlagen zum Baugesuch. Seitenweise Tabellen mit Grenzwerten – für den Laien unverständlich.

Dass die neuen adaptiven Antennen zum Einsatz kommen, kann nur aufgrund der Frequenzbänder angenommen werden: «5G» oder «adaptive Antenne» wird nicht erwähnt. Dies mit gutem Grund: Zurzeit gibt es weder Vollzugsempfehlung des Bundes noch standardisierte Messverfahren.

Weil der Bund keine klaren Regelungen vorgibt, wissen die Kantone nicht, wie die Strahlenwerte gemessen werden sollen. Das heisst, dass nicht mit vollständiger Sicherheit festgestellt werden kann, ob der Grenzwert von fünf V/m pro Antenne eingehalten wird.

Auswirkungen noch ungeklärt, dennoch Baubewilligung

Die Auswirkungen der neuen Antennen auf Mensch und Umwelt sind noch nicht ausreichend geklärt. Nur eines ist klar: Es handelt sich hier um eine völlig neue Technologie in der Telekommunikation und der Datenübertragung mit vielfältigen, weitreichenden und langfristigen Folgen.

Und 5G funktioniert nur entweder mit einem sehr dichten Antennenwald oder mit höheren Grenzwerten bei der Strahlung. Es kann nicht sein, dass Baubewilligungen erteilt werden, ohne dass die Behörden wissen, welche Technologie zum Einsatz kommt: Salt schreibt auf Anfrage: «Was für eine Technologie schlussendlich über die bewilligten Sendeantennen sowie Sendfrequenzen aktiviert wird, ist den Mobilfunkbetreibern überlassen.»

Der Bundesrat schreibt in der Medien-Mitteilung vom 22. April 2020 (BAFU): «Das UVEK wird dem Bundesrat bis Ende 2021 einen Bericht über die Möglichkeiten zur nachhaltigen Ausgestaltung der Mobilfunknetze vorlegen. Dieser Bericht soll eine bessere Entscheidungsgrundlage auch für zukünftige Mobilfunktechnologien liefern.»

Genau darum geht es: Bewilligungen für neue Antennen dürfen nicht erteilt werden, bevor vom Bund Vorgaben gemacht und kontrolliert werden und die Bevölkerung seriös und umfassend informiert worden ist.

Sammeleinsprache ist geplant

Bevor klar ist, dass der massive Ausbau des Netzes gewollt und auch sinnvoll ist, kann es nicht sein, dass die Telekom-Branche 5G durch die Hintertüre einführt.

Dies gilt es zu verhindern: Unterschriftsbogen für eine Sammeleinsprache können bei info@wagner-ag.ch als pdf bezogen werden.

Auszug aus dem Katasterplan der Bauanzeige: An der Burgerrietstrasse 26 ist eine der drei Uzner 5G-Mobilfunkantennen von Salt geplant. Bild: ZVG / Gemeinde Uznach
Ramon Wagner, Wagner Uznach AG, Uznach