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Kaltbrunn
03.08.2020
31.07.2020 07:53 Uhr

«Stieremärt-Absage wäre eine kleine Katastrophe»

Marco Steiner gehört zu den führenden Handelsunternehmen im Bereich Viehhandel. Bild: Linth24
Viele Viehschauen sind bereits abgesagt. Auch der bekannte «Stieremärt» in Kaltbrunn, zu dem jeweils rund 7000 Besucher erwartet werden, steht auf der Kippe.

Viehhändler Marco Steiner ist ein Profi in der Viehhaltung und im Viehhandel. Bald 40 Jahre ist es sein Handelsgrundsatz, optimal auserlesene und passende Tiere zu handeln. Heute gehört er zu den führenden Handelsunternehmen im Bereich Viehhandel. Durch die Vertrauensschöpfung konnte er eine gute und treue Stammkundschaft aufbauen. Linth24 hat den Bauer in Kaltbrunn besucht und sich als erstes über die Coronazeit erkundigt. 

Preise im Steigen begriffen

Nach dem Handelspreis gefragt, meinte Steiner, dass vor der Coronazeit eine leichte Flautewelle durchs Land geweht hätte. Zurzeit seien die Preise aber am Steigen. Er handle auch mit Schlachttieren, hauptsächlich an der Schlachtviehannahme in Wattwil. Dort sei der Handel zurzeit «mässig».

Marco Steiner betont, dass der Kaltbrunner Stieremärt ein wichtiges Schaufenster für das Linthgebiet ist. Bild: Linth24

Die verschiedenen Schauen haben grosse Bedeutung

Der Besuch von Linth24 galt aber vor allem dem Hauptthema «Jahrmarkt und Stierenschau 2020 in Kaltbrunn». Gemeindebehörde, Marktkommission und Schaukommission müssen sich an die Vorgaben der Landesregierung halten. Marco Steiner betonte, dass Beständeschau, Zuchtfamilienschau, Stierenschau und Jungzüchterschau wichtige Marksteine und ein Schaufenster für das Linthgebiet seien und eine grosse Bedeutung für Kaltbrunn mit sich bringen.

Die eigentliche Viehschau ist bereits verschoben worden und findet am Dienstag, 6. Oktober 2020 vor der Stierenschau und dem Markttag statt. Der Vieh- und Stierenmarkt ist auf Mittwoch, 7. Oktober 2020, der Warenmarkt auf Donnerstag, 8. Oktober 2020 angesagt. Die Behördenvertreter werden Ende August den Beschluss veröffentlichen, ob eine Durchführung möglich ist.

Absage wäre eine kleine Katastrophe

Der Kaltbrunner Markt hat eine lange Tradition. Er geht bis ins Jahr 1553 zurück. Im vergangenen Jahrhundert konnte er zweimal nicht stattfinden – jeweils im ersten Jahr der beiden Weltkriege, 1914 und 1939. Aus der ganzen Ostschweiz pilgern jeweils rund 7000 Besucher an den Jahrmarkt mit seinen etwa 250 Ständen, vier bis fünf Chilbibahnen, den Festbeizen, dem Viehmarkt und dem landwirtschaftlichen Fahrzeugmarkt. 

Für Marco Steiner, viele Landwirte und Marktbesucher wäre eine «Absage der Markttage eine kleine Katastrophe». Anderseits akzeptiert auch der Viehhändler die Vorkehrungen von Bund, Kanton und Gemeinde. Das Virus dürfe sich nicht noch mehr verbreiten. Gerade der Jahrmarkt wäre ja eine Fundgrube für die Ausbreitung des Virus. Es wäre aber ein besonderer Schauplatz, wenn all die tausenden von Marktbesuchern mit einer Gesichtsmaske durch den Markt schlendern würden.

Werner Hofstetter, freier Mitarbeiter Linth24