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Kanton
17.02.2022

Bei Arzt fahren Polizei und Freiheitstrychler auf

Polizei und Freiheitstrychler fanden sich vor einem Wohnhaus  in Wilen ein.
Polizei und Freiheitstrychler fanden sich vor einem Wohnhaus in Wilen ein. Bild: Philipp Theiler
Am Donnerstagvormittag hat die Polizei in Wilen bei Wollerau in der Privatwohnung von Dr. med. Manuel Albert eine Hausdurchsuchung vorgenommen. Dieser rief die Freiheitstrychler auf den Plan.

Laut dröhnten am Donnerstagvormittag gegen 10:30 Uhr vor einem Mehrfamilienhaus in Wilen bei Wollerau die Trycheln der Freiheitstrychler. Sie hatten sich versammelt, um dem Arzt Manuel Albert ihre Unterstützung zu versichern und gegen die Vorgänge zu protestieren. Grund dafür war eine polizeiliche Hausdurchsuchung in der Privatwohnung des erklärten Kritikers der Corona-Politik des Bundes.

Florian Grossmann, Chef Kommunikation der Kantonspolizei Schwyz, bestätigte auf Anfrage, dass in Wilen bei Wollerau eine Hausdurchsuchung durchgeführt wurde. Die Polizei und Staatsanwaltschaft seien aus diesem Grund vor Ort gewesen. «Es ist dabei zu keiner Verhaftung gekommen», so Grossmann. Im Hinblick auf das laufende Verfahren könne die Polizei keine weiteren Angaben machen. Bislang ist nach schriftlicher Anfrage keine Stellungnahme der Staatsanwaltschaft des Kantons Schwyz ­verfügbar.

Er wollte der Polizei den Zutritt verwehren

Die Polizei sei plötzlich aufgetaucht und habe unten geklingelt, erklärt Manuel Albert gegenüber einem Reporter von Höfe24 und March24. «Sie sagten, sie hätten einen Durchsuchungsbefehl mit der Staatsanwältin und ob sie reinkommen dürften», führt er weiter aus. Er habe ihnen aber den Zutritt verweigert. Jemand habe sie dann trotzdem ins Gebäude gelassen. Laut Manuel Albert haben sie ihre Forderung dann vor seiner Wohnungstür wiederholt. Darauf habe Albert wiederum geantwortet, dass er sie nicht hineinlasse. Danach hätten sie den Schlüsseldienst aufgeboten und sich so Zutritt verschafft. Daraufhin habe er sich leicht gewehrt. «Sie haben mich auf den Boden gezerrt und mir Handschellen angelegt», erzählt Manuel Albert. Natürlich sei er ein wenig emotional geworden, räumt er ein.

Grund sollen unrechtmässige Atteste sein

«Sie warfen mir vor, dass ich unrechtmässige Atteste ausstelle» sagt er. Der zweite Vorwurf sei, dass er auch unrechtmässig Medikamente verteile, die Swissmedic nicht zulasse. «Das stimmt eben auch nicht», wehrt er sich. Nach Angaben von Manuel Albert sei die Polizei, eine Vertreterin der Staatsanwaltschaft und eine Person von der Kantonsapotheke vor Ort gewesen. Letztere, laut Albert, um die Medikamente zu begutachten. Die Schwyzer Kantonsapothekerin Dr. pharm. Regula Willi-Hangartner bestätigt auf Anfrage, bei der Hausdurchsuchung vor Ort gewesen zu sein. Allerdings kann auch sie im Hinblick auf das laufende Verfahren keine weiteren Angaben machen.  

Während der Durchsuchung habe Manuel Albert versucht Leute aufzubieten – in diesem Fall die Freiheitstrychler. «Was auch gelungen ist», erklärt er. Diese Vorgänge, diese Gewalt, die ihm als «unbescholtenen Bürger» angetan werde, müsse man zeigen. Er nehme den Hippokratischen Eid ernst und habe in seinen Augen berechtigterweise Masken-Atteste ausgestellt, vor allem für Kinder, fügt er an. 

  • Die Freiheitstrychler bringen sich in Position. Bild: Philipp Theiler
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  • Sie zeigen Dr. med. Manuel Albert ihre Unterstützung. Bild: Philipp Theiler
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  • Die Freiheitstrychler fuhren heute in Wilen bei Wollerau auf. Bild: Philipp Theiler
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Franziska Kohler, Redaktion March24 und Höfe24 / Linth24