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Kaltbrunn
13.12.2021
13.12.2021 09:53 Uhr

45 Jahre Tradition gehen zu Ende

Am 3. und 4. Advent tritt der Kinderchor Kaltbrunn nach seiner 45-jährigen Geschichte zum letzten Mal auf.
Am 3. und 4. Advent tritt der Kinderchor Kaltbrunn nach seiner 45-jährigen Geschichte zum letzten Mal auf. Bild: Carmen Bischof, Linth24
Sie sangen im KKL Luzern, standen mehrmals in der Tonhalle Zürich und gaben Konzerte in Belgien, Deutschland und der Niederlande. Nun muss der Kinderchor Kaltbrunn nach 45 Jahren Abschied von seiner Karriere nehmen.

Gestern Sonntag fand das vorletzte Konzert des Kinderchors Kaltbrunn in der katholischen Kirche Zollikerberg statt. 14 Sängerinnen und Sänger wurden von den Hörnern Takashi Sugimoto und Sebastion Kälin und der Harfenistin Praxedis Hug-Rütti begleitet. Lieder wie «Laudi alla Vergine Maria» von Giuseppe Verdi für den vierstimmigen Frauenchor und «Mountain Nights» von Zoltan Kodaly für vier- bis sechsstimmigen Kinderchor füllten den Raum in seiner wundervollen Akustik. Als krönender Abschluss stimmte das traditionelle «Stille Nacht» von Franz Xaver Guber auf Weihnachten ein. Tosender Applaus von den 50 Konzertbesucher ertönte nach dem Schlusston. Verdient.

Singen mit Gleichalterigen auf höherem Niveau

1976 wurde der Kinderchor Kaltbrunn von der Musikschule gegründet und stand seitdem unter der Leitung des diplomierten Klavierlehrers und Chorleiters Daniel Winiger. Der Grundgedanke des Chors: Singen mit Gleichalterigen auf höherem Niveau. Die Sänger und Sängerinnen wurden dem Anspruch mehr als gerecht. Nebst den Gottesdienstmitwirkungen führten Konzertreisen in alle Teile des Landes, wie auch in das nahe Ausland. Fernsehauftritte und Radioaufnahmen gehörten in das Kinderchorleben.  Mit der zunehmenden Leistung und Bekanntheit stieg der Mitgliederzuwachs. «Zu unseren erfolgreichsten Zeiten zählten wir rund 100 Mitglieder», erzählt Winiger stolz gegenüber Linth24. Heute sind es 17, davon grösstenteils Frauen.

Auflösung nach 45 Jahren

«Warum der Chor aufgelöst wird, hat mehrere Gründe», so Winiger. Einer sei seine Pensionierung im folgenden Jahr. Mit 64 Jahren als Dirigent den Bettel hinzuschmeissen sei jedoch kein wirklicher Grund. Die Schwierigkeit lag bei der Finanzierung des Chores. Als Winiger bei der Musikschule begonnen hat, war von den Anfängen vorgesehen, ein Verein daraus zu machen. Er selbst hätte sofort aufgehört, wenn dies so gekommen wäre, aufgrund der Kosten.

Frage der Finanzierung wurde schwieriger

«Es hat sich dann über die Jahre hinweggezogen, da sich niemand so wirklich getraut hat, etwas daran zu ändern», meint der Chorleiter. Je länger der Chor bestand, desto besser wurde er. Die Frage der Finanzierung wurde schwieriger. So entschloss sich der Dirigent vor gut einem Jahr, nicht mehr nach Nachwuchs zu suchen und den Kinderchor nur noch bis zu seiner Pensionierung weiterzuführen. «Die Kinder brauchen Humor und Freude, als Kinderchorleiter muss dies vermittelt werden, egal wie die Lage ist.»

Frauenkammerchor Verein ab 2022

Doch mit der Auflösung der Kinderchors wird in Kaltbrunn nicht mit dem Singen aufgehört. Aus den schon älter und besser gewordenen Sängerinnen wird ab Januar 2022 ein Frauenkammerchor Verein. «Dies wird dann mein Hobby, sofern ich auch als Dirigent gewählt werde», meint Winiger lachend.

Nächsten Sonntag, dem 4. Advent, findet um 17.00 Uhr zum letzten Mal nach 45 Jahren das Weihnachtskonzert des Kinderchors in der Pfarrkirche Kaltbrunn statt. Dann heisst es Abschied nehmen und auf zu neuen Ufern.

Carmen Bischof, freie Mitarbeiterin Linth24