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Uznach
30.11.2021
30.11.2021 22:52 Uhr

Uzner Pflegeangebot bald in Wohncontainern?

Das Bürgerforum zieht den Weiterbetrieb des Uzner Pflegezentrums allfälligen Pflege-Wohncontainern vor.
Das Bürgerforum zieht den Weiterbetrieb des Uzner Pflegezentrums allfälligen Pflege-Wohncontainern vor. Bild: Linth24 / ZVG
Das Bürgerforum Uznach fordert ein Umdenken bei der neuen Uzner Altersversorgung. Für die Schliessung des Pflegezentrums Linthgebiet wird eine gemeindeeigene Alternative vorgeschlagen.

Im Vorfeld der Bürgerversammlung vom 8. Dezember 2021 beratschlagte sich das Bürgerforum über den Amtsbericht und das Budget 2022. Insbesondere die Schliessung des Pflegezentrums ohne zeitnahe Anschlusslösung warf ein grosses Fragezeichen auf.

Wohncontainer als Pflege-Notlösung?

Obwohl sich die Schliessung des Pflegezentrums Linth in Form des bisherigen Zweckverbandes seit Jahren abzeichnete, ist der Gemeinde Uznach nicht gelungen, eine zeitlich abgestimmte und saubere Anschlusslösung für die eigene Bevölkerung in die Wege zu leiten.

Wie am behördlichen Informationsanlass der Gemeinde Uznach Mitte November zu erfahren war, plant man als mögliche Notlösung neben dem Altersheim allfällige Wohncontainer für unsere Pflegebedürftigen einzurichten, um die fehlenden Pflegeplätze abzudecken.

Kauf durch Gemeinde und Weiterbetrieb durch Private

Dies lehnen die Teilnehmer des Bürgerforums entschieden ab. Vielmehr fordern sie den Kauf der Liegenschaft des ehemaligen Pflegeheims durch die Gemeinde Uznach, um die bestehenden Infrastrukturen einem professionellen Betreiber aus der Privatwirtschaft zu vermieten.

Neben dem Spital an bester Lage gelegen könnten dort nicht nur Alterswohnungen, sondern auch betreutes Wohnen sowie Pflegeplätze kombiniert angeboten werden.

Das Pflegezentrum beschäftigt bis nächsten März noch rund 50 Mitarbeiter, wurde jedoch aufgrund der jährlichen Defizite geschlossen. Die Defizitsbeiträge der Gemeinde Uznach an das Pflegeheim beliefen sich in den vergangenen Jahren unter 100'000 Franken – im Vergleich zum jährlichen Aufwandkonto für «Sozial- und Asylwesen» von 3.7 Millionen Franken ein kaum erwähnenswerter Betrag.

Besser auf bewährte Strukturen zurückgreifen

Die bewährten Organisationen der Pro Senectute und der Spitex bieten in Uznach eine hervorragende, funktionierende Altersbetreuung an. Die Altersberatung der Pro Senectute wird gar mit 50% Bundesbeiträgen finanziert.

Deshalb zeigt man wenig Verständnis für die neu geschaffene Beratungsstelle «Fachstelle Dialog Alter», welche mit rund einer Viertelmillion zu Buche schlägt und weiter ausgebaut wird. Dafür will der Gemeinderat allenfalls teure Pflegewohnungen mieten und betreiben – ein fehlgeschlagenes Konzept, welches Rapperswil-Jona bereits wieder aufgegeben hat.

Aufgrund dieser Situation wird gefordert, die Alterspolitik im Einrosenstädtchen neu zu überdenken und auf bewährte Strukturen zurückzugreifen. Das Rad in der Alterspolitik muss nicht neu erfunden werden.

Bürgerforum Uznach