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Kanton
24.06.2021
23.06.2021 20:00 Uhr

28 Verfahren gegen Corona-Betrüger

In einem Vorstoss aus dem St.Galler Kantonsrat wurde gefragt, ob Staatsanwaltschaft und Polizei auf die Betrugsfälle mit Corona-Krediten vorbereitet seien.
In einem Vorstoss aus dem St.Galler Kantonsrat wurde gefragt, ob Staatsanwaltschaft und Polizei auf die Betrugsfälle mit Corona-Krediten vorbereitet seien. Bild: KEYSTONE/GIAN EHRENZELLER
Im Kanton SG gibt es für die Verfolgung von Betrügereien mit Corona-Krediten kaum zusätzliche Kapazitäten. Die Regierung schreibt von einer bereits «erdrückenden Pendenzenlast».

Schon vor der Corona-Krise habe die Staatsanwaltschaft im Bereich Wirtschaftsdelinquenz «eine erdrückende Pendenzenlast» ausgewiesen, erklärte die St.Galler Regierung in einer Antwort auf einen Vorstoss von Michael Schöbi (CVP) und Dominik Gemperli (CVP) zum Thema Betrügereien mit Corona-Krediten.

Sollte die Situation durch «neue Deliktphänomene» verschärft werden, könne der gesetzliche Auftrag mit dem aktuellen Personalbestand «kaum mehr angemessen erfüllt werden», so die Regierung. Es müssten Entlastungsmassnahmen geprüft werden.

Auch Polizei ausgelastet

Auch die Abteilung Wirtschaftsdelikte der Kantonspolizei sehe sich mit immer komplexeren und aufwendigeren Ermittlungsverfahren konfrontiert. Die zusätzliche Belastung durch die Corona-Kreditfälle habe dazu geführt, dass andere Ermittlungsverfahren im Bereich Wirtschaftskriminalität «mit zeitlicher Verzögerung» an die Hand genommen werden können.

Allerdings hält die Regierung in ihrer Antwort auch fest, dass das Ausmass der Fälle im Zusammenhang mit Corona-Krediten noch nicht abschätzbar sei. Sie verweist auf Zahlen von Ende März. Damals waren es bei der Staatsanwaltschaft rund 50 Fälle.

28 Verfahren pendent

Neuere Zahlen teilt auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA die Medienbeauftragte der Staatsanwaltschaft mit. Aktuell sind 28 Verfahren pendent. Zwölf weitere Verfahren seien bereits abgeschlossen, davon drei mit Anklageerhebung und sechs mit einem inzwischen rechtskräftigen Strafbefehl, informierte Beatrice Giger.

Linth24/sda