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19.05.2021
19.05.2021 06:59 Uhr

Freienbach bezahlt am meisten, aber nur 1/3 von Rappi

Die Schifffahrt der ZSG – hier vor der Insel Ufnau – hat ihren Preis, da sie vom Kanton Schwyz als reines Freizeitangebot gilt und daher finanziell nicht  unterstützt wird.
Die Schifffahrt der ZSG – hier vor der Insel Ufnau – hat ihren Preis, da sie vom Kanton Schwyz als reines Freizeitangebot gilt und daher finanziell nicht unterstützt wird. Bild: Patrizia Baumgartner
Auf dem Zürich- und Obersee verkehren übers Sommerhalbjahr die ZSG-Schiffe, die Oberseefähre und das Ufnau Taxi. Wie teuer sind diese Angebote eigentlich für die Seegemeinden?

Viele Gemeinden am Zürichsee beteiligen sich mit einem grösseren oder kleineren Betrag an der Zürichsee-Schifffahrtsgesellschaft (ZSG). Seit der Abstimmung von vor einer Woche bezahlt beispielsweise die Stadt Rapperswil-Jona anstelle von 270 000 Franken neu 600 000 Franken an die ZSG.

Ebenfalls an der ZSG beteiligt sind die Ausserschwyzer Gemeinden Freienbach, Lachen und Altendorf. In Freienbachs Voranschlag 2021 sind für den Posten «Schifffahrt» 212 000 Franken eingestellt, die allesamt an die ZSG gehen. Auch letztes Jahr war ein Betrag in dieser Höhe vorgesehen gewesen, davon wurden jedoch «nur» deren 150 000 Franken gebraucht. «Die Kosten für 2020 waren tiefer als im Budget eingestellt, weil wegen der Coronapandemie Kurse gestrichen und der Gemeinde nicht in Rechnung gestellt worden sind», erklärt Freienbachs Gemeindeschreiber Albert Steinegger. Aktuell fährt die ZSG dreimal täglich zwischen Rapperswil, der Ufnau und Pfäffikon. Auch auf den diversen Seerundfahrten bildet die Insel der Stille einen fixen Halt.

Oberseerundfahrt nur noch an Wochenenden

Die Rundfahrten auf dem Zürichsee bis in den oberen Seeteil nach Schmerikon und Lachen wurden auf letzten Sommer zusammengestrichen: Statt täglich verkehren die ZSG-Schiffe in der Sommersaison (1. Mai bis 30. September) nur noch am Wochenende und an Feiertagen auf dem Obersee.

Diese Reduktion der Fahrten auf dem Obersee hing mit einer finanziellen Forderung des ZVV zusammen. Den betroffenen Gemeinden waren die geforderten Beträge für eine tägliche Rundfahrt zu hoch. Allein Lachen hätte dafür zwischen 60 000 und 70 000 Franken jährlich ausgeben müssen. Die Gemeinde war nicht bereit, so viel für eine tägliche Schiffverbindung auszugeben. Anders als im Kanton Zürich gilt in Schwyz und St. Gallen die Schifffahrt als reines Freizeitangebot und wird deshalb von den Kantonen finanziell nicht unterstützt.

Auf dem Obersee ist die ZSG für die Oberseerundfahrt nur noch am Wochenende unterwegs, weshalb Lachen und Altendorf weniger bezahlen müssen. Bild: Hans-Ruedi Rüegsegger

Wirft man einen Blick in die Rechnungen von Altendorf und Lachen, bezahlten im letzten Jahr beide je 15 817 Franken an die ZSG, die aktuell nur noch im Rahmen der Oberseerundfahrt an diesen beiden Stegen anlegt.

Dazu kommt ein zusätzlicher Gemeinde-Betrag an die Oberseefähre, die im Sommer zwei Wochen zwischen Lachen, Altendorf und Rapperswil (Busskirch) verkehrt. «Im Jahr 2020 hat Lachen rund 41 000 Fr. für die Oberseefähre bezahlt», teilt die Lachner Gemeindeschreiberin Petra Keller mit. Gemäss Vereinbarung übernimmt die Gemeinde Lachen 40 Prozent der Gesamtkosten der Oberseefähre, Altendorf deren 20 Prozent. Der Schlüssel ist nach Anzahl Abfahrten aufgeteilt.

Diese Kosten für die Fähre waren im letzten Sommer höher als im Jahr davor, da im Corona-Sommer ein zweites Schiff eingesetzt werden musste. Dafür fanden pro Tag mehr Fahrten statt. 2019 beliefen sich die Kosten für die Oberseefähre in Lachen auf 22 600 Franken. Altendorf gab im letzten Rechnungsjahr total 20 500 Fr. für den Betrieb der Oberseefähre aus. Für das laufende Jahr hat Lachen zwar erneut 40 000 Franken für die Oberseefähre eingestellt, man rechne jedoch mit tieferen Kosten. In Altendorf sind dafür aktuell rund 13 000 Franken eingestellt.

Lachen und Altendorf bezahlen vor allem für die Oberseefähre. Bild: Patrizia Baumgartner

Während also Freienbach im Vergleich mit den Märchler Gemeinden viel mehr für die ZSG bezahlt, dafür aber auch viele Fahrten erhält, schlagen in Altendorf und Lachen die Ausgaben für die Oberseefähre zusätzlich zu Buche. Wie sich die Kosten der beteiligten Gemeinden für die ZSG zukünftig entwickeln, ist noch nicht klar, da in Ausserschwyz die Verhandlungen für 2022 noch ausstehen.

Patrizia Baumgartner, Linth24/Höfe24