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Gesundheit
10.01.2021
10.01.2021 14:08 Uhr

Corona-Kundgebungen: 1000 Personen, 4 wurden angezeigt

Am Eingang des abgesperrten Platzes kontrollierten Polizisten, ob die Personen, die rein wollten, sich auch wirklich auf der Liste befanden. Bild: KEYSTONE/URS FLUEELER
Über 1000 Personen haben am Samstag in der Zentralschweiz gegen die Corona-Massnahmen demonstriert. Alle Teilnehmer wurden am Eingang von der Polizei kontrolliert, vier wurden angezeigt.

Zu den vier bewilligten Kundgebungen aufgerufen hatte das "Aktionsbündnis Urkantone für eine vernünftige Corona-Politik". Mehrere Redner äusserten sich während zwei Stunden zum Thema - vom ehemaligen Schwyzer Regierungsrat René Bünter (SVP) bis zum Muotathaler Wätterschmöcker Martin Holdener und der Thurgauer SP-Kantonsrätin Barbara Müller.

Harsche Kritik an der Corona-Politik

Eröffnet wurde der Reigen der Kurzreden durch René Bünter, der bis im vergangenen Juni Schwyzer SVP-Regierungsrat war. «Ich bin kein Coronaleugner. Und ich bin vor allem kein Politiker. Sie können mir also glauben», erkärte er unter Applaus. Bundes- und Kantonsregierungen seien «Verbrecher». Er forderte die Politik auf, die «fehlgeleitete Corona-Politik sofort zu beenden und mit der geheuchelten Besorgnis für uns Bürger aufzuhören».

Auch Musers Märtl, der im ganzen Land als Muotathaler Wetterschmöcker bekannt ist, liess wie die anderen Referenten, kein gutes Haar an der herrschenden Politik. «Die in Bern haben wohl schon selbst den Verstand verloren», zeigte er sich überzeugt.

«Wer schweigt, stimmt zu»

Die Voten von der Bühne deckten sich mit den Aussagen auf den Plakaten, die in Schwyz – umrahmt von Trychler-Klängen – in die Höhe gehoben wurden. «Covid-19-Impfung. Versuch am Menschen» hiess es etwa oder «Wer schweigt, stimmt zu» bis «wir sagen Nein zur CH- Diktatur» liessen jedenfalls weder an der Absicht noch der Stossrichtung der Veranstaltung Zweifel aufkommen.

Alle Teilnehmer mussten sich im Vorfeld der Kundgebung anmelden und auf eine Liste setzen lassen. Am Eingang des abgesperrten Platzes kontrollierten Polizisten, ob die Personen, die rein wollten, sich auch wirklich auf der Liste befanden. Einige Personen wurden daher auch abgewiesen.

Vier Teilnehmer angezeigt

Nach einem Sternmarsch versammelten sich die Teilnehmer um 16.00 Uhr auf dem Hauptplatz in Schwyz, Trychler-Gruppen läuteten die Kundgebung ein. Nach Angaben der Schwyzer Kantonspolizei waren rund 400 Personen anwesend, die Kundgebung verlief ohne Zwischenfälle. Vier Teilnehmer werden wegen Missachtung der Maskentragepflicht bei der Staatsanwaltschaft des Kantons Schwyz angezeigt.

Auf dem Landenberg in Sarnen befanden sich rund 200 Personen, bewilligt gewesen wäre die Kundgebung für 300 Personen, wie Martin Kathriner von der Kantonspolizei Obwalden auf Anfrage sagte. Sowohl in Sarnen als auch an den anderen Austragungsorten verliefen die Veranstaltungen friedlich. In Stans waren 300 Personen auf dem Dorfplatz, wie es bei der Kantonspolizei Nidwalden auf Anfrage hiess. Auf dem Lehnplatz in Altdorf versammelten sich laut Urner Kantonspolizei 220 Personen.

Keine Masken in Schwyz

Die Redner der Kundgebung in Schwyz mussten keine Maske tragen. Das Verwaltungsgericht Schwyz hatte am Donnerstag eine Beschwerde des Aktionsbündnisses gegen die entsprechende Vorgabe der Schwyzer Polizeibehörden gutgeheissen. Das Urteil schrieb lediglich einen Abstand der Redner zu den Teilnehmenden von drei Metern vor.

Zu Beginn der Kundgebung in Schwyz rief der Sprecher des Aktionsbündnisses, Josef Ender, die Versammelten dazu auf, Masken zu tragen: "Tragen wir die Masken aus Protest. Sonst riskieren wir, dass man uns den Strom abstellt."

Linth24/sda