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Leserbrief
Kanton
07.01.2021

Kerenzerberg-Fluchtstollen ein «Verhältnis-Blödsinn»

ASTRA-Übersichtskarte zum Projekt: grün der bestehende Kerenzerbergtunnel, rot der neue Sicherheitsstollen. Bild: ZVG / ASTRA, www.kerenzerbergtunnel.ch
Für Leser Konrad Rüegg sind die Kosten des geplanten Fussgänger-Sicherheitsstollens für den Kerenzerberg-Tunnel unverhältnismässig. Er fände den Vollausbau zu einer Autobahnröhre sinnvoller.

«Das ASTRA (Bundesamt für Strassen) baut für 240 Millionen Schweizer Franken einen Fussgänger-Fluchtstollen im Kerenzerberg zwischen Murg SG und Glarus Nord GL. Das empfinden viele Steuerzahler definitiv als nicht verhältnismässig.

Fragwürdige Legitimation des Projekts

Seit dem Bestehen des Kerenzerberg-Autobahntunnels hat es noch nie einen Unfall gegeben, der diesen sehr teuren Sicherheitsstollen rechtfertigt. Dieser neue Fluchtstollen hätte in den letzten fast 35 Jahren seit Eröffnung des Autobahntunnels noch gar nie genutzt werden können!

Nur weil es im Gotthard-Tunnel vor über 19 Jahren einmal 11 Tote gegeben hat, werden in der Schweiz für alle Tunnel, die länger sind als 600 Meter, zusätzliche nachträgliche teure Sicherheitsstollen gebaut! Milliarden an Steuergeldern werden in wenig bis gar nie benutzte Zusatztunnel verbraten.

Seit Jahrzehnten wartet das Dorf Mühlehorn GL auf weniger Lärm, aber die Entscheidungsträger beim Bund verschleudern Steuergelder in wenig bis gar nie benutzte Evakuationsstollen.

Es werden im Kerenzerberg 240 Millionen Schweizer Franken auf Vorrat verbaut, damit, wenn eventuell einmal in ein paar Jahrzehnten ein Brandfall passieren würde im Tunnel, dieser sehr teure Sicherheitsstollen benützt werden könnte. Aber bis dahin wird er dann auch schon wieder veraltet sein. Dies ist ein absoluter Verhältnis-Blödsinn.

Das ASTRA hat von den politischen Behörden die Legimitation erhalten, 240 Millionen für einen Fussgänger-Sicherheitsstollen zu verbauen!

Das ASTRA waltet und schaltet in eigener Regie und die kantonalen Regierungen schauen zu.

Sicherheitsstollen für Verkehr ausbauen

Es ist irrsinnig, dass dieser Sicherheitsstollen nicht gleich für den öffentlichen Verkehr befahrbar gebaut wird?!

Dass dieser sehr teuer gebaute Stollen nur für Evakuationsfälle bei einem Unfall benutzt werden kann, steht in keinem Verhältnis zu den Kosten! Wenn man schon dran ist, einen Tunnel zu bauen, könnte man den neuen Tunnel doch auch gleich nützlicher ausgestalten.

Wieso wird der neue Tunnel nicht als neue Autobahnröhre Chur–Zürich ausgebaut? Und die alte Strasse dem See entlang als Ersatz-Entlastungsbahn benutzt? Das Dorf Mühlehorn GL würde für die täglich nicht mehr vorhandene Lärmbelastung dankbar sein.

Auch in Zukunft nach Vollendung des Zusatzstollens wird der Autobahn-Verkehr bei Instand- und Wartungsarbeiten im Tunnel über den Kerenzerberg durch die Dörfer Mollis, Filzbach und Obstalden umgeleitet! Wahnsinn!»

Projekt-Website des ASTRA: www.kerenzerbergtunnel.ch

Konrad Rüegg, Benken