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Leserbrief
Gesundheit
22.12.2020

«Wir alle – jeder einzelne von uns – sind verantwortlich!»

Karin Gut vermittelt eine Technik der Meditation, wie man im Alltag bewusster sein kann, vor allem mit den aktuellen Hygienemassnahmen. Bild: Linth24
Eine Linth24-Leserin ist sich sicher: «Um in Zukunft Lockdowns und wirtschaftliche Schäden zu verhindern, muss jeder von uns die Verantwortung für sich selbst übernehmen.»

«Wenn wir in Zufkunft Lockdowns und damit riesige wirtschaftliche Schäden infolge des Coronavirus vermeiden wollen, gibt es nur eine einzige Lösung: Jeder einzelne von uns muss die Verantwortung für sich selbst übernehmen und alles in seiner Macht stehende tun, um sich nicht anzustecken und das Virus nicht weiterzugeben.

Klingt einfach – doch wie stellt man das an? Hier ein paar Tipps von einer Pflegefachfrau und spirituellen Lehrerin:

Hygienemassnahmen antrainieren

Für jeden, der nicht täglich mit Hygienemassnahmen oder mit Meditation zu tun hat, ist es sehr schwierig sich ständig bewusst zu sein, in welchem Abstand zu anderen Menschen er sich befindet und wo er seine Hände hat, resp. was diese berührt haben. Um sich vor einer Ansteckung mit Covid-19 zu schützen, ist aber gerade dies sehr wichtig und nur durch ständiges Üben können wir solches Verhalten automatisieren, wodurch es dann auch nicht mehr speziell anstrengend oder mühsam ist.

Achtsamkeitsmeditation

Die Technik, welche ich empfehle, heisst «Achtsamkeitsmeditation» oder auch «Meditation in jedem Moment». Sie kommt ursprünglich aus dem Buddhismus, wird heute jedoch breit angewendet in vielen spirituellen Disziplinen sowie auch in der Psychiatrie. Es geht darum, sich in jedem Moment bewusst zu sein, was man gerade tut, denkt, fühlt, sagt, sieht, etc.

Das heisst, man ist ständig bei dem, was man gerade tut, denkt, fühlt, sagt, sieht, etc., statt sich in Gedanken anderswo aufzuhalten. Ein einfaches Beispiel: Wenn ich Kartoffeln schäle, schäle ich Kartoffeln, statt mich in Gedanken mit dem Chef zu streiten oder meine nächsten Ferien zu planen.

Seid euch bewusst...

Konkret: Seid euch bewusst, wie nahe oder wie weit entfernt ihr von eurem Mitmenschen steht. Seid euch bewusst, ob oder dass ihr mit den Händen etwas möglicherweise «Verseuchtes» berührt habt. Seid euch bewusst, ob ihr eure Maske tragt oder nicht. Berührt die Maske nicht: seid euch bewusst, dass sie innen von eurer eigenen Atemluft schmutzig ist und aussen von der Atemluft der Menschen um euch.

Zieht die Maske an, wenn sie neu und sauber ist und zieht sie erst wieder aus, wenn ihr sie nicht mehr braucht. Entsorgt sie dann, steckt sie nicht in die Hosentasche, weil sonst eure Hosentasche schmutzig wird, in die ihr dann vielleicht später eure Hand steckt. Faltet die Maske nicht, denn durch Falten leidet das Material und somit die Schutzwirkung. Die Maske schützt für ein paar Stunden, nicht für Tage.

Üben, üben, üben

Die Technik der Achtsamkeit ist für Anfänger schwierig! Deshalb muss man sie üben und immer wieder üben. Dies kann man direkt im öffentlichen Raum oder auch für sich zuhause. Dazu müssen nicht unbedingt andere Menschen da sein. Man kann genauso gut mit Möbeln, Haustieren, etc. üben.

Verantwortungsbewusste Kontakte

Und noch einen Ratschlag möchte ich weitergeben, den man sonst eher selten hört: Es ist nicht nötig, dass ihr keine Kontakte habt! Von ausserordentlicher Wichtigkeit ist es aber, dass eure Kontakte verantwortungsbewusst und achtsam sind!

Empfangt ihr Freunde in eurer Wohnung oder besucht solche in deren Wohnung, tragt alle Masken und kommt euch nicht zu nahe. Wenn ihr ein gemeinsames Essen veranstaltet, kocht mit Maske und setzt euch in Abständen von mindestens 2 Metern zum Essen. Lüftet danach den Raum gut und setzt die Masken wieder auf.

Zu mühsam all das? Aber doch wohl immer noch besser als Arbeitslosigkeit und Armut! Jeder ist gefragt, jeder ist verantwortlich!

Aufpassen, wem sie begegnen

Und zuletzt: Das einzige unvermeidbare und wirkliche Risiko sind die eigenen Kinder, die die Schule oder eine verwandte Einrichtung besuchen. Darum sollen solche Eltern doppelt aufpassen, wenn sie anderen Menschen begegnen.

Karin Gut aus Tartar (GR)