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Eishockey
09.12.2020
09.12.2020 18:11 Uhr

Lakers-Spieler: «Wir vermissen die Fans!»

Die aktuellen Einschränkungen werden akzeptiert, damit hoffentlich bald wieder Spiele mit Publikum und den entsprechenden Emotionen stattfinden können. (Bild: Thomas Oswald). Bild: Thomas Oswald
Wie gehen die Spieler damit um, vor nur 50 Zuschauer zu spielen? Welchen Einfluss hat das aufs Spiel und auf die Motivation? Linth24 hat bei den Spielern der SCRJ Lakers nachgefragt.

Für die Eishockey-Clubs und -Fans war der Bundesrat-Entscheid von Ende Oktober ein Schlag ins Gesicht. Wurde doch viel Zeit und Geld investiert, um bis zum Saisonstart ein erfolgreiches Schutzkonzept zu erstellen, das auch funktionierte – und doch sind schon gut 3 Wochen später nur noch 50 Zuschauer pro Spiel erlaubt.

Eishockey lebt von Zuschauer und Emotionen

Die Spieler der SC Rapperswil-Jona Lakers sind sich einig: Der Eishockey-Sport wird vom Publikum geprägt. «Die Zuschauer geben uns jeweils sehr viel Energie. Sie können in gewissen Spielen oder Situationen das Zünglein an der Waage sein. Das fällt nun weg», antwortet Verteidiger Leandro Profico. Und Goalie Noël Bader ergänzt: «Schlussendlich spielen wir Eishockey, um vor Zuschauer zu spielen und uns von den Emotionen mitreissen zu lassen. Das gibt einen zusätzlichen Adrenalin-Kick, der jetzt fehlt.»

«Die Emotionen der Zuschauer fehlen sehr. Klar hat man auch ohne Publikum Emotionen während dem Spiel, aber mit Zuschauern ist es trotzdem etwas ganz anderes. Sie peitschen uns an, wenn wir ein Tor brauchen oder verunsichern auch mal den Gegner. Sie fiebern mit, als ob sie selber auf dem Eis stünden und das überträgt sich auch auf die Spieler.»
Leandro Profico, Verteidiger der SCRJ Lakers

Zuschauer können zusätzlich motivieren

Ob eine positive oder negative Veränderung, der Mensch gewöhnt sich relativ schnell an eine neue Situation. Auch die Spieler der SCRJ Lakers mussten bzw. müssen sich wohl oder übel an diese neue Situation gewöhnen. «Momentan fühlt es sich zwar eher an wie Trainingsspiele, aber am Ende des Tages muss jeder seinen Job machen, egal ob vor 16'000 Zuschauern oder gar keinem», meint Torhüter Melvin Nyffeler.

Die aktuellen Einschränkungen dürfen die Motivation auf jedes einzelne Spiel nicht mindern. Für Melvin Nyffeler gilt: «Wenn ich das Shirt meines Clubs überziehe, ist das ein Privileg. Wenn die Motivation dann nicht da ist, dann bin ich im Profisport wohl am falschen Ort.» Andere Spieler hatten mehr zu kämpfen. Rajan Sataric berichtet von seinen Erfahrungen: «Ich habe mich zwar schon recht daran gewöhnt, aber am Anfang hatte ich recht Mühe, mich entsprechend zu motivieren. Mittlerweile geht’s gut – und die Hoffnung bleibt bestehen, dass wir gegen Ende der Saison vielleicht allfällige Pre-Playoffs und Playoffs wieder vor Zuschauer spielen können.»

«Die Fans können ein Team tragen und das Momentum des Spiels beeinflussen. Unsere Fans haben uns dazumal zum Cupsieg und Aufstieg gesungen. Ohne diesen Hexenkessel im eigenen Stadion oder auch auswärts wären wir wohl niemals aufgestiegen.»
Melvin Nyffeler, Torhüter der SCRJ Lakers

Bessere Kommunikation auf dem Eis

Trotz den überwiegend negativen Punkten der aktuellen Situation nennen die Spieler der SCRJ Lakers auch positive Aspekte. «Wir Spieler können auf dem Eis besser miteinander kommunizieren», meint Rajan Sataric. Auch Noël Bader fällt dies auf, und er ergänzt noch einen weiteren Punkt: «Ich glaube, junge, unerfahrene Spieler können befreiter spielen, da sie ohne Zuschauer im Stadion weniger Druck verspüren.»

Aufgrund der fehlenden Emotionen, auch in den anderen Stadien, sieht Melvin Nyffeler noch einen weiteren Vorteil: «Es ist einfacher, auswärts zu spielen. Vor allem die Fans tragen viel zum Heimvorteil bei.»

«Es gibt Branchen und Firmen, denen es wesentlich schlechter geht als uns. Wir können dankbar sein, während dieser Zeit auf dem Eis zu stehen und unserer Leidenschaft weiterhin nachgehen zu können.»
Noël Bader, Torhüter der SCRJ Lakers

Verständnis für die Massnahmen

Trotz allen Einschränkungen zeigen die Spieler, die am Freitag gegen den EV Zug spielen, für diese Massnahmen grosses Verständnis. Sie sind vor allem froh, dass der Profisport entsprechend unterstützt wird und die Saison aus sportlicher Sicht mehr oder weniger normal durchgeführt werden kann. Und natürlich wollen wir alle die Hoffnung von Rajan Sataric teilen: Playoffs mit Zuschauer!

«Es bleibt die Hoffnung, dass gegen Ende der Saison die Fans wieder ins Stadion kommen dürfen für die allfälligen Pre-Playoffs/Playoffs.»
Rajan Sataric, Verteidiger der SCRJ Lakers
Sonja Hitz, SCRJ-Korrespondentin Linth24