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Uznach
25.11.2020

Umfahrungsstrasse: «Unsere letzte Chance gegen den Stau»

Das Kernkomitee der IG Verbindungsstrasse JA sagt, dass diese Chance das Projekt umzusetzen genutzt werden müsse, da sich sonst in absehbarer Zeit keine mehr ergeben werde. Bild: Linth24
Das Kernkomitee der IG Verbindungsstrasse JA stellt an einer Medienkonferenz die Dringlichkeit des Projekts «Umfahrungsstrasse Uznach» und die Pro-Argumentation dazu vor.

In Uznach auf der Zürcherstrasse und im Städtli verkehren im Moment circa 19'000 Autos pro Tag. Mehrmals täglich, am Morgen, Mittag und Abend, kommt es zu langandauernden Staus und auch immer wieder zu Gefahrensituationen.

Die regionale Verbindungsstrasse A15-Gaster wird ca. 6 Kilometer lang. Sie wird grossräumig um das Siedlungsgebiet von Uznach herumführen. Die Ein- und Ausfahrt ist an sieben Anschlüssen möglich. Somit sind die Ortsteile über die Verbindungsstrasse direkt erschlossen. Diese geplante Umfahrungsstrasse trifft sowohl auf grosse Zustimmung als auch auf Gegner. 

Anlässlich der Medienorientierung vom Mittwoch, 25. November 2020 zeigte die neu ins Leben gerufene und breit abgestützte «IG Verbindungsstrasse JA» unter Leitung von Präsident Mario Grob auf, welche Vorzüge die Umfahrungsstrasse für Uznach, Schmerikon und die ganze Region mit sich bringt und was die Pro-Argumente dafür sind. 

Stau, Emissionen, Gefahr

So wie der Verkehr im Moment geregelt sei, bringe er viel Negatives mit sich, erklärt Mario Grob. Der lange Stau führt zu langen Wartezeiten und Verspätungen, sowohl für Privatpersonen als auch für Industrie und Gewerbe. Durch die ständige und heftige Befahrung der Strasse kommt es zu Lärm- und Staubemissionen, welche die Wohn- und Arbeitssituation direkt an der Strasse unzumutbar mache. 

Hohe Dringlichkeit

Mario Grob erläutert, dass es vielen Menschen in der Bevölkerung «unter den Fingernägeln brennt», um dieses Projekt verwirklicht zu sehen. Der Fakt, dass die breit abgestützte Interessengemeinschaft aus interessierten AnwohnerInnen sowie aus VertreterInnen des lokalen Gewerbes besteht und dabei das ganze politische Spektrum vertreten ist, zeige die Dringlichkeit des Anliegens auf, so Mario Grob. Auf der Website der IG haben seit letztem Donnerstag bereits 237 Personen als Unterstützer bekennt. 

Gegenargumente gekontert

Platz für Gegenargumente liess das Kernkomitee an der Konferenz nicht. Aussagen wie «Es gibt doch schon genug Ausweichmöglichkeiten», konterte Ex-Gemeindepräsident Erwin Camenisch wie folgt: «Wenn es genug Ausweichmöglichkeiten bzw. andere Umfahrungsstrassen gäbe, dann hätten wir das aktuelle Problem mit dem starken Stau nicht, doch wir haben es.»

9 JA-Parolen

Als Argumente arbeitete das Kernkomitee neun JA-Parolen aus, welche kurz und prägnant aufzeigen, für was sich die IG einsetzt und welche auf der Website ausführlich aufgezeigt sind.

  •  JA zu einer regionalen Entwicklung mit Zukunft
  •  JA zur Steigerung der Lebens- und Wohnqualität
  •  JA zur Verbesserung und Optimierung der Verkehrsflüsse des individual, langsam und öffentlichen Verkehrs
  •  JA zu ungehinderten Verkehrswegen für Gewerbe, ÖV und Privatpersonen
  •  JA zur Verlagerung des Schwerverkehrs nach ausserhalb der Zentren
  •  JA zur Investition in unsere Region
  •  JA zur regionalen und überregionalen Vernetzung
  •  JA zu zielführenden und starken flankierenden Massnahmen im Städtli Uznach
  •  JA zur letzten Chance in greifbarer Nähe

Steigerung der Lebens- und Wohnqualität

Heutzutage sei es so, dass man immer verdichteter wohnt, erläutert Mario Grob. Dadurch müsse der Verkehr «aussenrum» geführt werden, um dichter bauen zu können. Die Wohnqualität wird ausserdem dadurch gesteigert, dass der grosse Verkehr nicht mehr direkt vor den Häusern vorbei zieht und die Lärm- und Staubemissionen reduziert werden. Zusätzlich wird auch die Anzahl an Gefahrensituationen (vor allem mit Fussgängern und Velofahrern) kleiner.

Zur regionalen und überregionalen Vernetzung

«Uznach wird heutzutage bei von anderen Regionen bei der Durchfahrt gemieden», sagt Mario Grob. Uznach sei bekannt für den Stau und werde so von überregional Fahrenden absichtlich gemieden. Mit der Umfahrungsstrasse soll es zu einer besseren Vernetzung sowohl regional als auch überregional kommen.

Letzte Chance in greifbarer Nähe – Chance nutzen

Dieses Argument ist deutlich eines der Hauptargumente des Komitees. Die Fonds seien da, doch wenn man dies jetzt nicht nutze, dann werden diese für andere Angelegenheiten gebraucht und so schnell seien die nötigen Finanzen dann nicht wieder bereit, erklären die Komitee-Mitglieder, welche für die Finanzen zuständig sind. Der Moment, die Chance zu nutzen und das Projekt umzusetzen sei jetzt. Es gebe auch keinen Plan B, falls das Projekt nicht zustande kommt. Nur dieses Projekt und diese Chance.

Das Kernkomitee der IG Verbindungsstrasse JA: (oben v.l.n.r.) Bernhard Zahner, Caroline Widmer, Erwin Camenisch, Marcel Rüegg, (unten v. l.n.r.) Mario Grob, Samuel Hager, Sandro Morelli, Markus Blarer. Bild: Linth24

IG Verbindungsstrasse JA

Das Kernkomitee der Interessengemeinschaft besteht aus 8 Personen aus unterschiedlichen Gemeinden: Mario Grob (Schmerikon, Präsident Gewerbe Uznach), Caroline Widmer, Samuel Hager und Erwin Camenisch (Uznach), Markus Blarer (Schmerikon), Marcel Rüegg (Kaltbrunn), Bernhard Zahner (Gewerbe Gommiswald) sowie Sandro Morelli (Benken). Weitere interessierte Unterstützende seien immer herzlich willkommen, sich über die Website dem Unterstützungskomitee anzuschliessen. 

Im Moment macht es sich die IG vor allem zu Aufgabe, die Bevölkerung korrekt zu informieren, Fehlinformationen zu korrigieren und das Projekt mit einer fundierten Informationskampagne zu vermitteln. Aktuell ist man beim Projektplan  bei der Erarbeitung des Genehmigungsprojekts.

Linda Barberi, Linth24