Leere Schaufenster, sinkende Frequenzen, veränderte Lebensstile: Was früher pulsierte, wirkt mancherorts müde. Auch Schweizer Innenstädte bleiben von dieser Entwicklung nicht verschont. Der Onlinehandel wächst, das Konsumverhalten wandelt sich, klassische Nutzungsmuster greifen immer weniger. Der Stress in der City ist real – und er verlangt nach neuen Antworten.
Genau hier setzt der erste nationale City-Kongress an. Am 20. Mai 2026 wird das Metropol Zürich zur Denkwerkstatt für urbane Zentren. Organisiert vom Swiss Council Congress rückt die Veranstaltung das City Management ins Zentrum der Debatte. Nicht nostalgisch, sondern konsequent nach vorne gerichtet.
Erlebnis statt Rückzug
Die Botschaft ist klar: Die Lösung liegt nicht in der Vergangenheit. Innenstädte müssen sich neu erfinden – als Erlebnisorte, als soziale Treffpunkte, als vielfältige Räume für Alltag, Kultur und Begegnung. Innovationen spielen dabei eine Schlüsselrolle. Neue Geschäftsmodelle, kluge Nutzungskonzepte, Design, Technologie und auch Künstliche Intelligenz werden als Werkzeuge verstanden, nicht als Selbstzweck.
Der Kongress bringt Best Practices aus dem In- und Ausland auf die Bühne. City Managerinnen und City Manager zeigen praxisnah, wie Frequenzrückgänge aufgefangen, Standorte entwickelt und urbane Räume neu belebt werden können. Der Fokus liegt auf Umsetzbarkeit – ein wohltuend bodenständiger Ansatz.
Zehn Städte, viele Perspektiven
Zehn Städte aus der ganzen Schweiz beteiligen sich aktiv, darunter Luzern, St. Gallen, Aarau und Rapperswil-Jona. Sie machen sichtbar, wie unterschiedlich die Ausgangslagen sind – und wie ähnlich die Herausforderungen. Gerade dieser Austausch auf nationaler Ebene verleiht dem Kongress Gewicht. Er schafft Orientierung in einem Feld, das oft von Einzelinitiativen geprägt ist.
Rapperswil-Jona hört genau hin
Für Rapperswil-Jona ist die Teilnahme mehr als ein Pflichttermin. Der Stadtrat beschäftigt sich seit längerem intensiv mit der Weiterentwicklung der Alt- und Innenstadt. Begrenzte Platzverhältnisse, neue Nutzungsansprüche und ein sensibles historisches Umfeld verlangen nach sorgfältigen Lösungen.
Der City-Kongress bietet die Gelegenheit, Erfahrungen anderer Städte aufzunehmen und kritisch zu prüfen, ob ein City-Management-Modell langfristig sinnvoll ist. Die Erkenntnisse sollen nicht in der Schublade verschwinden, sondern in die Zusammenarbeit mit lokalen Akteuren einfliessen – als Grundlage für mögliche nächste Schritte.
Eine Plattform mit Signalwirkung
Der erste Schweizer City-Kongress versteht sich als Startpunkt. Als Plattform für Austausch, Praxiswissen und Vernetzung. Und als Signal, dass Innenstädte Zukunft haben – wenn man bereit ist, sie neu zu denken. Zürich liefert dafür im Mai die Bühne. Die Städte bringen die Inhalte.