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Sport
16.10.2019
16.10.2019 15:31 Uhr

Gleitschirm-Rekord-Piloten aus Kalbrunn

Das Ehepaar Gabriela Jacober aus Kaltbrunn flogen einzeln über zehn Stunden mit ihren Gleitschirmen und erreichten damit national und international Spitzenplätze.

Vom März bis Ende September dauert in der Schweiz die Thermiksaison. Während dieser Zeit herrschen in der Schweiz die besten Bedingungen, um lange Streckenflüge zu realisieren.  

Jeder Pilot mit der entsprechenden Lizenz kann auf einer Internetplattform seine Flüge einreichen. Mitte Oktober werden die Resultate ausgewertet und die Ranglisten erstellt. Für die Wertung in der Schweiz werden die vier weitesten Flüge jedes Piloten berücksichtigt, für die weltweite Wertung zählen deren sechs. Beim Streckenflugcup entscheiden die Piloten selbst, wann und wo sie starten und welche Route sie fliegen.

Gabriela Jacober brach zwei Rekorde

Bei den Frauen gewann Gabriela Jacober zum fünften Mal in Serie. Das grosse Ziel in der Schweizer Wertung als erste Frau die 1000-Punkte-Marke zu übertreffen, erreichte die Kaltbrunnerin mit 1063.97 Punkten eindrücklich. Sie distanzierte die Zweitplatzierte um 212.32 Punkte. In der weltweiten Wertung belegt Gabriela Jacober den dritten Platz unter 1009 Pilotinnen, ebenfalls mit neuem Schweizer Punkte Rekord.

Sie startete ihre Flüge vor allem im Bündnerland. Ein Highlight war ihr Flug von Fanas das Prättigau hinauf bis zum Silvrettagletscher, wo Jacober den ersten Wendepunkt setzte. Über Schanfigg und die Surselva zum zweiten Wendepunkt in Disentis. Weiter Richtung Heimat über den Bifertenstock ins Glarnerland. Am Schilt den Heimatkanton in vollen Zügen genossen und ein paar zusätzlichen Kreise gedreht, bei denen Jacober sogar ihren Wohnort erblickte. Als dritter Wendepunkt den Chäserrugg gesetzt und über den Alvier zurück ins Prättigau gegleitet. Nach über zehn Stunden landete Jacober müde aber glücklich mit persönlicher Bestleitung in Schiers. Mit diesem Flug wurde zum ersten Mal in der Schweiz von einer Frau ein FAI (gleichschenkliges Dreieck) über 200 Kilometer geflogen.

10 Stunden Flüge

Werner Jacober konnte nicht mehr ganz an seine Spitzenleistungen der letzten Jahre anknüpfen. Sein weitester Flug in der vergangenen Saison startete er ebenfalls in Fanas. Der erste Wendepunkt beim Silvrettagletscher. Beim zweiten Wendepunkt wollte der Kaltbrunner das Dreieck ausweiten und wendete erst kurz vor Sedrun. Unmittelbar nach der Wende wurde Jacober vom Abwind erfasst und befand sich über Diesentis nur noch wenige Meter über dem Talgrund. Dank seiner 30jährigen Flugerfahrung mit dem Gleitschirm konnte Jacober die meistern, mit der Thermik zu den Wolken aufdrehen und links am Tödi vorbei in Glarnerland einfliegen. Der Chäserrugg wurde als dritter Wendepunkt gesetzt und die Landung erfolgte in Schiers nach über zehn Stunden Flugzeit.

In der Einzelwertung erreichte Werner Jacober in der Kategorie Fun ans Safety national den 11. Platz, international den 36. Rang von 9651 Piloten.

OM