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Kultur
29.09.2020
30.09.2020 08:19 Uhr

Kulturpreis 2020 für Max Aeberli aus Rapperswil

Seit 37 Jahren prägt Max Aeberli als Leiter den Teamchor Jona. Bild: Linth24
Die St.Gallische Kulturstiftung ehrt den Rapperswiler Musiker, Chorleiter und Dirigenten Max Aeberli mit dem Kulturpreis 2020. Ein Förderpreis geht an die Schauspielerin / Regisseurin Simona Specker.

Den diesjährigen Kulturpreis erhält der Rapperswiler Musiker, Chorleiter und Dirigent Max Aeberli.

Max Aeberli gründete und leitet diverse Chöre und orchestrale Grossprojekte mit innovativem Zugang zu alter, dramatischer, sakraler, lyrischer, zeitgenössischer und experimenteller Musik, oft an speziellen Aufführungsorten und in stimmiger Atmosphäre. Dies mit inniger Verbundenheit zu den Werken, Inhalten und Sängerinnen und Sängern. Seine Arbeit ist im Kanton St.Gallen verankert und strahlt weit über die Landesgrenzen hinaus.

Max Aeberlis musikalische Aufführungen sind spartenübergreifend und haben einen hohen Qualitätsanspruch. Oft suchte er nach unbekannten Werken, mit denen er für Schweizer Erstaufführungen oder Uraufführungen sorgte – von Andrew Lloyd Webbers Requiem über die südamerikanische Misa Andina oder Michael Pelzels Vertonung Dreamland bis zu James Whitbourns Oratorium Annelies nach Anne Franks berühmtem Tagebuch.

Max Aeberlis Flaggschiff ist der Teamchor, den er seit 37 Jahren prägt. Mit ihm wuchs der Chor zu einer kulturellen Institution heran. Sein Wunsch-Konzert Carmina Burana von Carl Orff im LokDepot Rapperswil muss er vom September 2020 auf nächstes Jahr verschieben.

Max Aeberli absolvierte sein Berufsstudium an der Musikhochschule Luzern. Mit Schwerpunkt Musikpädagogik bei Josef Röösli, Chorleitung bei Hans Zihlmann und Alois Koch, Klavier bei Rene Gerber. Zu seinem Wirkungskreis zählen unter anderem der Chor Cantate, der Sängerbund, Kirchenchöre, Kinderchöre, der Chor cantacanti oder Dilettanti.

Je nach Projekt ergänzt er die Chorwerke mit Orchester und professionellen Solisten. Mehrere Konzertreisen führten ihn durch Europa, mit der Misa Andina nach Ecuador. Vor 30 Jahren war Max Aeberli an der Gründung der Musik-Wochen Arosa beteiligt, dessen Festivalchor er mit nationaler Resonanz leitet.

Die St.Gallische Kulturstiftung würdigt ihn nun verdientermassen mit dem Kulturpreis 2020.

Simona Specker ist die Trägerin eines Förderpreises. Bild: ZVG / Kanton St.Gallen

Förderpreis für Schauspielerin und Regisseurin

Die Werdenberger Förderpreisträgerin Simona Specker stand bereits als Teenager auf der Bühne verschiedener Theaterproduktionen. 23-jährig entschied sie sich für die Schauspielerei und erhielt 2014 schweizweite Beachtung für ihre Hauptrolle im Spielfilm «Das Deckelbad», die sie mit beeindruckender Kraft spielte.

Doch nicht nur als Darstellerin unbequemer Frauen ist sie eine Wucht, sondern auch in ihren Theaterproduktionen, bei denen sie seit bald zehn Jahren Regie führt und deren Produktionsleitung sie oft auch übernimmt. Überall spürt man ihren Mut, ihre Vielseitigkeit und ihren Gestaltungswillen.

Seit 2003 engagiert sie sich bei der Freilichtbühne Rüthi: zuerst als Schauspielerin in Neben-, dann auch in Hauptrollen. Bei den vergangenen drei Produktionen führte sie Regie. Seit 2019 ist sie künstlerische Leiterin des Ausbildungstheaters der Freilichtbühne – der «Theater Company 2.0» – wo sie sich auch der Nachwuchsförderung widmet.

Im Herbst 2020 übernimmt sie die künstlerische Leitung der Freilichtbühne Rüthi. Für die St.Gallische Kulturstiftung ist der Zeitpunkt deshalb ideal, um Simona Specker für ihr energievolles und vielseitiges Engagement um Bühne und Film mit einem Förderpreis auszuzeichnen.

Preisverleihung im November mit Stabsübergabe

An der Preisverleihung vom 11. November werden zudem nachträglich die Frühjahrspreise übergeben. Denn Corona bedingt konnte die Preisverleihung nicht im vorgesehenen Rahmen stattfinden, sodass nun nachträglich die Förder- und Anerkennungspreisträger Jiři Makovec, bildender Künstler, Monika Schnyder, Lyrikerin, und der Verein Röllelibutzen, Fasnachtsbrauchtum in Altstätten, gewürdigt werden.

Zusätzlich wird die symbolische Stabsübergabe des Präsidiums erfolgen. So endet für Corinne Schatz nach 12-jährigem Engagement die Zeit als Stiftungsrätin und Präsidentin der Kulturstiftung, welche sie erfolgreich führte und massgeblich profilierte und zusammen mit den Stiftungsratsmitgliedern gestaltete.

Die neue Präsidentin heisst Barbara Schlumpf aus Uznach, welche vor allem als Regisseurin und Theaterautorin weit über die Region bekannt ist und bereits die letzten vier Jahre dem Gremium angehörte.

Für die Teilnahme an der Preisverleihung ist bis Dienstag, 3. November 2020, eine Online-Anmeldung unter www.kulturstiftung.sg/anmeldung obligatorisch.

Die Preise der St.Gallischen Kulturstiftung

Die St.Gallische Kulturstiftung zeichnet mit der Vergabe von Förder-, Anerkennungs- und Kulturpreisen besondere Leistungen aus.

Dabei legt der Stiftungsrat Wert auf die Berücksichtigung verschiedener Regionen, Sparten und Themen. Das Spektrum reicht von zeitgenössischem Kunst- und Kulturschaffen bis zu Brauchtum, Vermittlung und Wissenschaft.

Neben diesen jährlich vergebenen Preisen wird alle drei Jahre der «Grosse Kulturpreis der St. Gallischen Kulturstiftung» verliehen.

Kanton St.Gallen/Linth24