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05.09.2020
05.09.2020 20:09 Uhr

Tagesfamilien: Probleme erkennen und benennen

Referentin Silvia Brunner-Knobel zeigte anschaulich, wie viele «Affen» sich an einem festklammern, wenn man Dinge nicht anspricht.
Referentin Silvia Brunner-Knobel zeigte anschaulich, wie viele «Affen» sich an einem festklammern, wenn man Dinge nicht anspricht. Bild: ZVG / Tagesfamilien Linthgebiet
Für ihre Betreuungspersonen in Tagesfamilien hielt Tagesfamilien Linthgebiet kürzlich eine Veranstaltung zur Weiterbildung ab und blickte danach auf die Herausforderungen der Corona-Zeit zurück.

Tagesfamilien Linthgebiet führte Anfang September eine Weiterbildung für ihre Betreuungspersonen in Tagesfamilien durch. Referentin Silvia Brunner-Knobel brachte das Thema «Sprich es an!» anschaulich aufs Tapet und zeigte den Teilnehmenden, dass ein ehrlich gesprochenes Wort Missverständnissen und Enttäuschungen vorbeugt.

«Lasst Euch nicht auf der Nase herumtanzen!»

Schon wieder ärgert man sich. Vor allem über sich selbst. Eine Mutter holt ihr Kind immer zu spät bei der Tagesfamilie ab. Und doch sagt man in diesem Moment «des lieben Friedens willen» nichts. Oder man möchte aus einer Mücke keinen Elefanten machen oder weiss nicht, wie man es sagen soll.

Zurück bleibt ein schlechtes Gefühl. Zudem gibt man mit seinem Nicht-Handeln dem Gegenüber Recht. «Man füttert sozusagen den ‹Affen›, den man sich da erschaffen hat», brachte es Silvia Brunner-Knobel humorvoll auf den Punkt.

Es sind eingespielte Mechanismen. Dabei wäre es gar nicht so schwer, diese unguten Muster zu durchbrechen. Mehr noch: Wer über seinen Schatten springt und seinem Gegenüber auch einmal eine negative Botschaft vermitteln kann, der fühlt sich danach erleichtert.

Machtspiele und die Suche nach Aufmerksamkeit

Auch Kinder halten sich nicht immer an Regeln. Sie loten Grenzen aus – auch in der Tagesfamilie.

Die Referentin konnte anhand von Beispielen aufzeigen, wieso Kinder verschiedene Verhaltensweisen an den Tag legen und was sie damit bezwecken.

«Oftmals geht es einfach um Aufmerksamkeit, um die Dazugehörigkeit und den Wunsch nach Selbständigkeit,» erklärte Brunner-Knobel. Gerade in letzterem Fall könne man dem Kind helfen, eigene Lösungen zu entwickeln und Möglichkeiten anbieten, unter fairen Spielregeln selbst zu entscheiden.

Doch auch bei Kindern gilt: Lieber das Problem gleich ansprechen als lange zuwarten, denn kein Mensch ändert ein Verhalten, das funktioniert.

Wurden für ihre langjährige Mitarbeit geehrt (v.l.n.r): Käthi Bieri, Karin Kühnis, Barbara Züger und Yvonne Eberhard. Nicht auf dem Bild: Rilana Faisst, Christina Giger, Nadin Oppliger und Barbara Züger. Bild: ZVG / Tagesfamilien Linthgebiet

Tagesfamilien Linthgebiet mit grossem Einsatz in der Corona-Zeit

Nach dem spannenden Weiterbildungsteil durfte Geschäftsstellenleiterin Brigitte Zahner sieben Betreuungspersonen in Tagesfamilien für ihre 10- bzw. 5-jährige Mitarbeit ehren.

Zudem sprach Präsidentin Daniela Zimmermann den Anwesenden einen grossen Dank für ihr Engagement in der Corona-Zeit aus.

Die schwierige und sich stetig verändernde Situation für die Betreuungsperson, die Vermittlerinnen, die Leiterin Rechnungswesen und die Geschäftsstellenleiterin sei nur mit grosser Flexibilität und vielen Extrastunden zu bewältigen gewesen. Und noch immer sind alle Kräfte gefragt, damit das Rädchen – auch unter der aktuell unsicheren Lage – am Laufen bleibt.

Tagesfamilien Linthgebiet setzt auch weiterhin die Empfehlungen des Dachverbandes kibesuisse strikte um und stellt dabei die Gesundheit und das Wohlergehen der Tageskinder und der Betreuungspersonen in Tagesfamilien ins Zentrum.

Webseite: www.tagesfamilien-linthgebiet.ch

Gabi Corvi, Schänis