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Schänis
09.09.2020

«Schänis – lieber klein, aber fein»

Gemeindepräsident Herbert Küng sieht es als Privileg, in einer attraktiven Landgemeinde mit einem vorzüglichen Naherholungsraum wohnen zu können. Bild: Linth24
Der Schänner Gemeindepräsident Herbert Küng erzählt im Linth24-Wahl-Interview, womit er sich besondern und womit gar nicht beschäftigt.

In Schänis gibt es 6 Gemeinderäte plus Herbert Küng, der seit 2013 als Gemeindepräsident waltet. Am 27. September stellen sich nach einem Rücktritt zwei neue Kandidaten zur Verfügung. Ebenso steht die Geschäftsprüfungskommission zur Wahl.

Linth24: Mit welcher Metropole (London, NY, Paris…) würden Sie Ihre Gemeinde vergleichen?

Herbert Küng: Ein Vergleich erachte ich als schwierig. Wir Schänner agieren nach dem Motto «lieber klein, aber fein», was wohl auf keine der erwähnten Destination zutrifft. Da ich alle Orte schon besucht habe, wage ich jedoch die These aufzustellen, dass die Lebensqualität in Schänis – bezogen auf einen «Durchschnittsbürger» – durchaus mit diesen Metropolen mithalten kann.

Welches sind wichtigsten Vorhaben Ihrer Gemeinde, die dringend angepackt werden müssen?

In Schänis stehen mehrere grössere Infrastrukturprojekte an: Die 2. Etappe Ausbau Dorfbäche, welche den Hofbach umfasst, dient der Sicherstellung des Hochwasserschutzes im Kernsiedlungsgebiet von Schänis. Mit der Erneuerung und dem Ausbau der Schulhäuser an den Standorten Maseltrangen und Chastli soll die Schulinfrastruktur konzentriert und auf die zukünftigen Bedürfnisse ausgerichtet werden. Zudem steht die Sportinfrastruktur (Bau einer Einfach- oder Doppelturnhalle) auf der politischen Agenda der nächsten Jahre.

Welche Schwierigkeiten bringt die Corona-Krise speziell für Ihre Gemeinde mit sich?

Bis anhin konnte die Gemeinde die Covid-19 Herausforderungen gut meistern und ihre Dienstleistungen gegenüber der Bevölkerung jederzeit sicherstellen. Erschwert ist sicherlich die direkte Kommunikation mit der Bürgerschaft; abhängig von den gerade geltenden Auflagen bezüglich Menschenansammlungen (z.B. für Informationsanlässe, Bürgerversammlungen, usw.).

Welche für Sie persönlich?

Persönlich habe ich keine Schwierigkeiten mit der Situation. Ich bemühe mich, die Vorgaben bezüglich Hygiene und Abstandsregeln zu meinem und zum Schutz meiner Mitmenschen einzuhalten. Wobei ich anmerken möchte, dass es im Moment sicherlich ein Privileg ist, in einer attraktiven Landgemeinde mit einem vorzüglichen Naherholungsraum zu leben.

Unabhängig von Bund und Kanton: Welche Corona-Massnahmen würden Sie gerne für Ihre Gemeinde ändern?

In der aktuellen Situation ist es aus meiner Sicht wichtig, dass alle drei Staatsebenen (Bund, Kanton und Gemeinden) Hand in Hand zusammenarbeiten. Somit ist klar, dass wir die uns zugewiesenen Aufgaben nicht in Frage stellen, sondern erfüllen.

Welchen Kandidaten möchten Sie künftig unbedingt in Ihrem Gremium haben?

Nicht die Gemeindepräsidentin oder der Gemeindepräsident, sondern die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger bestimmen die Zusammensetzung des Rates. Da ich offen und vorbehaltslos auf Menschen zugehe, glaube ich, mit jederfrau oder jedermann zusammenarbeiten zu können. Wünschenswert ist sicherlich eine Ratszusammensetzung, die unsere vielschichtige Bevölkerung so gut wie möglich widerspiegelt, damit die verschiedenen Interessengruppen im Rat vertreten sind.

Was würden Sie machen, wenn Sie überraschend nicht wiedergewählt werden?

Mit diesem Gedanken habe ich mich ehrlich gesagt bis anhin noch nicht sehr intensiv beschäftigt. Ich würde wohl versuchen, meine vielfältige und breite berufliche und politische Erfahrung an einer neuen Aufgabe zu entfalten.

Gemeinden kommen zunehmend unter Druck. An jeder Ecke und für jedes Projekt lauern Einsprachen und Gegner. Hat sich die Welt des Regierens verändert und wenn ja, wie reagieren Sie darauf?

Natürlich machen die gesellschaftspolitischen Veränderungen auch vor dem Gemeindehaus nicht halt. Die Aufgaben werden immer komplexer und interdisziplinärer. Sinnbildlich funktioniert die Gemeinde ähnlich wie ein Getriebe. Wird an einem Zahnrad gedreht, wirkt sich das oft auf weitere Zahnräder im Getriebe aus.

Es gilt, diese Zusammenhänge aufzuzeigen und zu erklären. Dazu braucht es vernetztes Denken, Glaubwürdigkeit, Transparenz und eine offene, empfängergerechte Kommunikation.

Gemeindewahlen im Linthgebiet

Alle Kandidatinnen und Kandidaten, die sich im Linthgebiet zur Wahl stellen, sehen Sie hier in der Übersicht von Linth24. Und die gesamte Wahlberichterstattung sowie Interviews mit den GemeindepräsidentInnen finden Sie im Linth-24-Wahlen-Dossier.

Sibylle Marti, Linth24