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Benken
05.09.2020

«Mein Herzblut liegt im Gemeindepräsidium»

Heidi Romer, seit 2 Jahren Gemeindepräsidentin: «Der Benkner Büchel darf sich durchaus mit den Sieben Hügeln Roms vergleichen.» Bild: Linth24
Benken steht eine spannende Wahl bevor. Gemeindepräsidentin Heidi Romer ist offen für alle Kandidaten und verrät im Wahl-Interview, was sie zurzeit «persönlich schade» findet.

6 Gemeinderäte (inkl. Gemeindepräsidentin), 1 Rücktritt und 5 neue Kandidaten. Damit dürfte es  bei den kommunalen Wahlen in Benken besonders spannend werden. Auch die Geschäftsprüfungskommission tritt zur Wahl an.

Linth24: Mit welcher Metropole würden Sie Ihre Gemeinde vergleichen?

Heidi Romer: Aufgrund der Einzigartigkeit und Vielfältigkeit kann das Dorf Benken nicht mit nur einer Metropole dieser Welt verglichen werden. Der Benkner Büchel darf sich durchaus mit den Sieben Hügeln Roms, die Linth mit der Seine von Paris und die Badeplätze im Sommer mit der Copacabana von Rio de Janeiro messen. Das schmucke, landwirtschaftlich, ländlich geprägte Dorf Benken hätte durchaus den Namen Green City verdient.

Welches sind die wichtigsten Pendenzen Ihrer Gemeinde, die dringend angepackt werden müssen?

Dorfdreieck: Bei der Neugestaltung des Dorfdreiecks sind im Moment etliche grosse Vorarbeiten im Gang, wie die Einreichung des Teilzonenplans und des Teilstrassenplans, aber auch des Kantonsstrassenplans. Weiter werden die neue Erschliessungsstrasse und die Umgebungsgestaltung des neuen Dorfplatzes projektiert. Der neue Gemeinschaftsraum ist in Überprüfung, etc.

Schul- und Turnraum: Nachdem das Geschäft «Standort Turnhalle» an der letzten a.o. Bürgerversammlung von der Bürgerschaft zurückgestellt wurde, ist die neue Arbeitsgruppe an der Evaluierung neuer Standortmöglichkeiten.

Wohnen im Alter: Der künftige Standort im Dorf ist von der Bürgerschaft geklärt. Im jetzigen Augenblick geht es um die Analysierung der Finanzierungsmöglichkeiten. Die Arbeitsgruppe sowie der Gemeinderat zusammen mit der Ortsgemeinde sind inmitten dieser Abklärungen.

Finanzen: Benken wird sehr haushälterisch mit seinen Finanzen umgehen müssen. Dabei werden wir infolge der genannten finanziell grossen Herausforderungen seriös abwägen müssen, was wir uns leisten können und weniger, was wir alles gerne hätten.

Welche Schwierigkeiten bringt die Corona-Krise speziell für Ihre Gemeinde mit sich?

Benken steht bei den Corona-Themen nicht vor anderen Herausforderungen als andere Gemeinden. Der Bundesrat hat uns insgesamt souverän durch die schwierige Zeit gebracht. Der Lockdown im letzten Frühling wird uns noch lange beschäftigen, insbesondere sind die finanziellen Nachwehen noch längst nicht ausgestanden und werden die künftigen Budgets beeinflussen.

Welche für Sie persönlich?

Das gesellschaftliche Leben findet nur in einem beschränkten Rahmen statt. Dorfaktivitäten müssen zum Teil weiterhin abgesagt werden. Das finde ich persönlich schade. Dennoch stehen im Moment weniger die persönlichen Wünsche im Vordergrund, sondern vielmehr das Eindämmen einer weiteren Pandemie.

Unabhängig von Bund und Kanton: Welche Corona-Massnahmen würden Sie gerne für Ihre Gemeinde ändern?

Wie bereits erwähnt, geht es jetzt nicht um individuelle Wünsche.

Welchen Kandidaten möchten Sie künftig unbedingt in Ihrem Gremium haben?

Es steht mir nicht an, persönliche Abwägungen zu machen oder Wünsche anzubringen. Ich habe in meiner langjährigen Exekutivarbeit bewiesen, dass ich mit allen gewählten Personen gut zusammenarbeiten kann. Grundvoraussetzung ist eine sachliche Diskussion, ein guter Austausch und die gegenseitige Wertschätzung. Die verschiedenen Meinungen machen ja gerade erst die spannende Arbeit aus. Dabei geht es darum, gute nachhaltige Lösungen oder Kompromisse zu finden.

Was würden Sie machen, wenn Sie überraschend nicht wiedergewählt werden?

Ich habe mein Herzblut in die Arbeit eines Gemeindepräsidiums gelegt. Dies möchte ich gerne weiterhin tun. Darum würde mich die Wiederwahl sehr freuen. Mir ist aber bewusst, dass eine Wiederwahl keine Selbstverständlichkeit ist und darum habe ich mich auch während der Zeit als Gemeindepräsidentin beruflich weitergebildet.

Gemeinden kommen zunehmend unter Druck. An jeder Ecke und für jedes Projekt lauern Einsprachen und Gegner. Hat sich die Welt des Regierens verändert und wenn ja, wie reagieren Sie darauf?

Dies sind die Rechte der Bürger, die es in der Exekutivarbeit zu respektieren gilt. Wir müssen mit diesen demokratischen Instrumenten umgehen können. Die Schweiz hat in der Vergangenheit auch viel davon profitiert. So funktioniert unser System, dafür bin ich dankbar.

Gemeindewahlen im Linthgebiet

Alle Kandidatinnen und Kandidaten, die sich im Linthgebiet zur Wahl stellen, sehen Sie hier in der Übersicht von Linth24. Und die gesamte Wahlberichterstattung sowie Interviews mit den GemeindepräsidentInnen finden Sie im Linth-24-Wahlen-Dossier.

Sibylle Marti, Linth24