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22.08.2020
22.08.2020 11:54 Uhr

Das Panikvirus 2.0 erfasst die Boulevardmedien

Daniel Altorfer: «Die Headlines in den Massenmedien sind vom Panikvirus verseucht!»
Es war anzunehmen, dass die vorübergehende «Baisse» der Massenmedien zum Thema «Coronavirus» von kurzer Dauer ist, schreibt Daniel Altorfer in seinem Linth24-Kommentar:

«Als die Fallzahlen diesen Juni ein Minimum erreichten, konnte man kurzzeitig auf eine Heilung des Panikvirus bei den Medien hoffen. Doch mit den zuletzt steigenden Fallzahlen ist das Panikvirus wieder aufgeflammt und hat viele Boulevard-Journalisten von neuem erfasst.

Das Thema COVID-19 wird täglich mit furchteinflössenden Schlagzeilen richtiggehend ausgepresst bzw. ausgeschlachtet. Die Folgen: COVID-19 Headlines in den Massenmedien sind derart vom Panikvirus verseucht, dass man auf Dauer depressiv wird. Einige zu lesende Beispiele der letzten Tage:

  • Zahlen steigen weiter - Ist das jetzt die zweite Welle
  • Sechsmal mehr Infizierte als vor zwei Monaten
  • Chaos bei der Maskenpflicht
  • Alyssa Milano verliert wegen Corona ihre Haare!
  • Corona könnte zu Herzproblemen führen
  • Wie gefährlich ist das Milchglasmuster auf der Lunge?
  • Hunderte Schweizer Schüler sind in Quarantäne
  • Forscher entschlüsseln, warum Junge so schwer erkranken
  • 30-jähriger, gesunder Mann stirbt an Corona
  • 30-jähriger COVID-Toter ist gar nicht tot

Höhepunkt des auflebenden Panikvirus war zweifelsohne der vorletzte Freitag, als praktisch alle Massenmedien unisono den Tod eines 30-jährigen, gesunden Patienten mit einem Paukenschlag und unzähligen Interviews verkündeten, um diese Meldung dann am Abend wieder zu dementieren.

«Endlich», so konnte man fast denken, ist ein junger am Covid-19 Virus gestorben, damit die Prophezeiungen, das Virus sei für Junge extrem gefährlich, in Erfüllung gehe…

Negativer Hype

Besserung ist nicht in Sicht, denn immer noch (zu) viele Konsumenten sind vom Panikvirus angesteckt und warten sehnlichst auf Nachschub, um dann die fett und rot markierten Schlagzeilen reinzuziehen. Zumindest ein Teil unserer Gesellschaft kann allem Anschein nach nicht genug bekommen vom negativen Hype. Doch sind diese angsteinflössenden Schlagzeilen überhaupt berechtigt?

Ich habe versucht, dies anhand einiger aktuellen Zahlen herauszufinden. Ein Vergleich der Letalität (Sterbewahrscheinlichkeit) während der Pandemie in der Schweiz zeigt folgendes:

Letalität 1.März – 31. Mai: 5.45 %
Anzahl Fälle: 30'874
Bestätigte Tote: 1683

Letalität 1. Juni – 19. August: 0.44 %
Anzahl Fälle: 8107
Bestätigte Tote: 36

Spitaleinweisungen 1.März – 31. Mai: 12.7 %
Anzahl Fälle: 30'874
Spitaleinweisungen: 3932

Spitaleinweisungen 1. Juni – 19. August: 4.2 %
Anzahl Fälle: 8107
Spitaleinweisungen: 337

Alter der COVID-19 Opfer (Anzahl Opfer seit Messbeginn):

<50 Jahre: 12  -> *Letalität: 0.059%

<60 Jahre: 54 -> *Letalität: 0.19%

*gemessen an den positiven Fallzahlen (Dunkelziffer nicht berücksichtigt)

Normale Grippe im Vergleich, Letalität Influenza: ca. 0.1%

Eigene Schlagzeilen

Als Fazit möchte ich aus den Auswertungen der offiziellen Zahlen des BAG meine eigenen Schlagzeilen kreieren:

  • Gefährlichkeit von COVID-19 masslos überschätzt

  Die Letalität beim COVID-19 ist in den letzten Monaten im Vergleich zum Pandemiebeginn um das beinahe 13-Fache gesunken und liegt nach Einbezug der Dunkelziffer an Fällen aktuell unter der Letalität einer Influenza (0.1%)

  • Spitäler lechzen um COVID-19 Patienten

Nur noch ein Drittel so viele Patienten wie zu Pandemiebeginn müssen aufgrund einer COVID-19 Erkrankung in einem Spital behandelt werden.

  • Strassenverkehr für Junge Menschen gefährlicher als COVID 19

Für Personen unter 50 Jahre ist das COVID-19 Virus weniger gefährlich (12 Tote seit Pandemiebeginn) als der Strassenverkehr (76 Todesopfer <45 Jahre im Jahre 2018).

Und zu guter Letzt:

  • Das mediale Panikvirus hat immer gravierendere Auswirkungen auf das Denk- und Auffassungsvermögen von einigen Boulevardjournalisten

Meine Hoffnung beruht darin, dass die unspektakulären, aber den aktuellen Zahlen entsprechenden Schlagzeilen das panikverseuchte Gemüt verängstigter Leser auf das Wochenende hin etwas beruhigen werden.

In diesem Sinne wünsche ich allen Leser und Leserinnen des Linth-24-Portals ein hoffentlich entspanntes und vor allem angstfreies Wochenende.»

Daniel Altorfer, freier Mitarbeiter Linth24