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Schänis
24.07.2020
24.07.2020 14:28 Uhr

Zwist in Schänis wegen Abkürzung und 2000 Autos

Der Eingang zur Fuchswinkelstrasse neben der Schänner Kirche, vor der Aufstellung des Verkehrschilds. Bild: Google Maps
Zur Entlastung der Anwohner hatte die politische Gemeinde Schänis eine beliebte Abkürzung für den Durchgangsverkehr gesperrt. Nun rekurriert die Ortsgemeinde dagegen.

Bis 2019 nutzten viele Autofahrer auf ihrem Weg zur Autobahn in Schänis die Fuchswinkelstrasse als Abkürzung, statt auf der Kantonsstrasse zu bleiben. Angesichts des gestiegenen Durchgangsverkehrs traten die Anwohner Ende 2012 an den Schänner Gemeinderat. Nach der Evaluation verschiedener Lösungen entschied sich dieser 2019 für das probeweise Aufstellen eines Verbotsschilds für Motorwagen und Motorräder am Strasseneingang, das nur noch Fahrten von Anwohnern und Zubringerdienste gestattet.

Rot: die verbotene Abkürzung durch die Fuchswinkelstrasse. Grün: die vom Gemeinderat bevorzugte Normalstrecke. Bild: Google Maps

Diese einfache und kostengünstige Lösung bewirkte eine deutliche Reduktion des Durchgangsverkehrs durch das Quartier. Nun will der Gemeinderat Schänis diese Verkehrsanordnung dauerhaft einführen und hat die entsprechenden Unterlagen öffentlich aufgelegt. Ein Rekurs ging ein – von der Ortsgemeinde Schänis.

Für die Ortsgemeinde ergibt die Entlastung der Fuchswinkelstrasse «keinen Sinn», da im Gegenzug die Anwohner anderer Quartiere stärker belastet würden. Die Ortsgemeinde habe bereits mehrere Mieter in einer Liegenschaft wegen des Strassenlärms verloren.

Uneinigkeit wegen Anzahl Fahrzeugen

Der Ortsverwaltungsrat kritisiert, dass sich, ohne die Entlastung über die Nebenstrasse, der Verkehr teils bis zum Rathausplatz zurückstaut, wenn die Bahnbarriere geschlossen ist, schreibt die Linth-Zeitung. Er versteht auch nicht, wie der Mehrverkehr auf der Hauptstrasse mit den Plänen zusammenpasst, den Rathausplatz aufzuwerten. Präsident Roger Büsser schätzt, dass täglich etwa 2000 Autos mehr auf der Hauptstrasse unterwegs sind, wenn die Nebenstrasse zu ist.

Auf andere Zahlen - nur ca. 500 - kommt der Schänner Gemeindepräsident Herbert Küng: Ob auf der Kantonsstrasse täglich 7000 oder 6500 Fahrzeuge unterwegs seien, falle kaum ins Gewicht.

Die politische Gemeinde Schänis will den Durchgangsverkehr auf der Hauptstrasse behalten und die Quartieranwohner entlasten. Dem Rekurs sieht sie gelassen entgegen.

Redaktion Linth24