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Sport
19.07.2020
20.07.2020 17:01 Uhr

Zu Besuch beim Schweizer Meister

Inline Hockey Schweizer Meister ihcSF Linth aus Kaltbrunn Bild: L24
Der ihcSF Linth aus Kaltbrunn wurde vor einer Woche grandioser Schweizer Meister im Inline Hockey. Linth24 hat den Präsidenten des Clubs besucht.

Patrick Lendi ist seit 10 Jahren Mitglied beim Kaltbrunner Inline Hockey Club ihcSF Linth und seit März 2019 Präsident des Vereins. Das Timing, die Führung des Vereins zu übernehmen, hätte nicht besser ausfallen können. Dieses Jahr feiert der ihcSF Linth sein 25-jähriges Bestehen und am letzten Wochenende holte das Team den Schweizer Meister Titel nach Kaltbrunn.

Was das für den Club bedeutet, wie der Weg bis dahin ausgesehen hat, was noch für weitere Ziele auf dem Clubzettel stehen – über das alles haben wir uns mit Patrick Lendi unterhalten.

Patrick Lendi ist seit etwas mehr als einem Jahr Präsident des Clubs. Bild: L24

Patrick Lendi, zuerst herzliche Gratulation zu diesem riesigen Erfolg. Erzählen Sie uns, wie die Saison für den Club verlaufen ist.
Es war natürlich in Bezug auf den Lockdown eine ganz spezielle Situation. Die Halle war geschlossen und es haben keine Trainings stattgefunden. Deshalb kam es dieses Jahr nur zu einer verkürzten Meisterschaft. Wir konnten uns lediglich eine Woche vorbereiten, und dann ging es schon los. Die spezielle Situation rund um den Lockdown ist sicherlich auch der Grund, dass nicht alle Teams an der Meisterschaft teilgenommen haben – allen voran der letztjährige Meister, der HC Laupersorf.

Ihr habt es folglich in den Final geschafft und standen dort den Z-Fighters aus Oberrüti-Sins gegenüber. Obwohl Ihr als Favorit ins Spiel gingen, wurde es dann eine «enge Kiste»…
Auf dem Papier waren wir, aufgrund der Tabellenlage aus der Vorrunde, zwar favorisiert gewesen, aber das Finalspiel war hart, sehr hart. Die Z-Fighters waren der erwartet unangenehme Gegner, und das Spiel in Bülach war dann ein totaler Fight, den wir am Schluss für uns entscheiden konnten.

Und nach dem Spiel brachen dann alle Dämme?
(lacht) Man muss sich das so vorstellen, wie man das oft bei Titelgewinnen im Fernsehen sieht. Das allererste Mal den Meistertitel zu holen ist eine riesige Sache für uns, und das wurde auch dementsprechend gefeiert.

Sie haben es erwähnt, der Titelverteidiger ist nicht zur Meisterschaft angetreten und die Lockdown-Phase hat den Meisterschaftsbetrieb verzehrt. Wie ordnen Sie den Titel unter diesen Aspekten ein?
Für uns ist es ein riesiger Erfolg, Lockdown hin oder her. Wir haben fokussiert auf diesen Titel hin gearbeitet, nicht zuletzt mit der Verpflichtung von Martin Vozdecky als Head Coach.

Die Meisterschale steht nun in der Raiffeisen Arena in Kaltbrunn. Bild: L24

Martin Vozdecky ist ein grosser Name in der Inline-Szene. Er ist tschechischer Weltmeister im Inline Hockey und hat sich auch im Eishockey einen Namen geschaffen. War diese Verpflichtung der Erfolgsfaktor, um Meister zu werden?
Diese Verpflichtung war ein ganz wichtiges Puzzle-Teil im Gesamtbild. Er hat das Spielkonzept geändert und das Verständnis für das Spiel bei jedem Einzelnen weiter gefördert. Wir spielen heute ein anderes System, als früher. All das hat die Mannschaft weiterentwickelt zu dem, was sie heute ist.

Inline Hockey ist eine Randsportart. Wie spüren Sie die Akzeptanz in der Region?
Aufgrund der Medienberichte haben viele realisiert, dass hier ein Club ist, der Schweizer Meister geworden ist. Viele haben uns gratuliert und ich spüre klar, dass durch diesen Erfolg die Aufmerksamkeit gestiegen ist.

Es gab früher Bestrebungen, das Inline-Hockey in der Schweiz gross herauszubringen. In Erinnerung blieben noch die Turniere mit Showeffekt, an denen NLA-Eishockeymannschaften teilnahmen. Davon ist nicht viel übriggeblieben.
Es stimmt, man hat es nicht auf die Reihe gebracht, den Sport so gross herauszubringen, wie es angedacht war. Für Eishockeyspieler ist Inline vielleicht verpönt, aufgrund der Verletzungsgefahr. Was dazukommt: Inline Hockey kann man nur halbjährlich spielen, denn ausser hier in Kaltbrunn gibt es keine weitere, reine Inline-Hockeyhalle mehr in der Schweiz, wo man das ganze Jahr hindurch Inline Hockey betreiben kann. Wenn es nur eine zweite Halle in der Schweiz gäbe, dann würde es bezüglich Wachstum sicher sofort anders aussehen.

Zum Schluss: Was sind die nächsten Pläne für Ihren Club?
Der Fokus liegt nun ganz klar auf dem Europacup-Turnier, das im nächsten April hier in Kaltbrunn stattfinden wird. Die besten Teams aus Europa reisen dann nach Kaltbrunn und wir als Gastgeber werden ebenfalls daran teilnehmen.

Rolf Lutz, Linth24