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Leserbrief
Kanton
28.06.2020

Fremdplatzierte Kinder leiden, Behörden bleiben hart

Der Initiativkreis «Kinder zurück nach Hause» setzt sich für die Belange aller Familien mit fremdplatzierten Kindern ein. Bild: ZVG / Initiativkreis «Kinder zurück nach Hause»
Eine Initiative macht aufmerksam auf die Problematik unrechtmässiger Fremdplatzierungen von Kindern in der Schweiz. Ein Fallbeispiel aus Hombrechtikon.

Der Initiativkreis «Kinder zurück nach Hause» setzt sich für alle Familien mit fremdplatzierten Kindern ein. Auslöser für seine Gründung war die schockierende Geschichte der Familie von Corinne F., Gymnasiallehrerin sowie Mutter der Mädchen RM (2011) und DF (2013). Sie erzählt ihre Geschichte im folgenden Video:

Initiativkreis «Kinder zurück nach Hause»: die Geschichte von Corinne F.

Eine Familie wird auseinandergerissen

Am Mittwoch, 26. Juni 2019, stürmten acht Personen von Polizei, KESB und Kjz das Zuhause der Familie F. in Hombrechtikon, holten die zwei Kinder gewaltsam weg und brachten sie in ein Heim. Die Begründung der richterlichen Verfügung: emotionale und soziale Entwicklungsrückstände der Kinder aufgrund der angeblich schädigenden Persönlichkeit der Mutter, fehlende Kooperationsbereitschaft der Mutter, akute Fluchtgefahr aufgrund der guten Fremdsprachenkenntnisse der Mutter. Die Richter sahen das Kindswohl gefährdet.

Die angeblichen Entwicklungsrückstände der Kinder und damit die Grundlage der Fremdplatzierung sind dutzendfach widerlegt: RM und DF sind altersentsprechend entwickelt, sowohl schulisch als auch im Verhalten. Und trotzdem befinden sich die Kinder seit dem 19. Oktober 2019 in einem Sonderschulheim für Oberstufenschüler in einem Bergkanton, vier Zugstunden von ihrem Zuhause entfernt. Da der Sonderschulstatus wohl nicht mehr lange aufrechterhalten werden kann, ist nun eine Anmeldung bei der IV geplant.

Die Kinder zeigen seit der Fremdplatzierung Zeichen grösster seelischer Not und wirken traumatisiert: Die jüngere Tochter DF zerbeisst sich die Ärmel ihrer Kleidung und die Ältere RM schält sich das Fingerbeeri des Zeigefingers, bis es komplett wund ist. Beide Mädchen zerbeissen sich ihre Haare.

Etliche Anträge der Kindesvertreterin, die während der Verhandlungen im Namen der Kinder die sofortige Rückplatzierung zur Mutter verlangt hat, wurden stets ohne schlüssige Begründung abgelehnt. Ausserhalb von Gerichtsverfahren stehen den Kindern überhaupt keine unabhängigen Vertreter mehr zur Seite, welche sicherstellen könnten, dass ihnen das kinder- und menschenrechtlich anerkannte Recht auf Information, Vertretung, Partizipation und Schutz auch zukommt.

Nachdem am 14. Januar 2020 noch festgehalten wurde, dass die elterlichen Kontakte im momentanen Masse fortgesetzt und, wenn überhaupt, nur ausgedehnt werden sollen, wurde der Mutter drei Tage später ein komplettes Kontaktverbot verhängt. Das bedeutet bis auf Weiteres keine Besuche, keine Telefonate. Nicht einmal eine Karte darf sie den Kindern schreiben.

Die Mutter fühlt sich von den Behörden kriminalisiert und «entsorgt».

Das Vorgehen der Gerichte und Behörden kostet die Steuerzahler der Gemeinde Hombrechtikon neben 10'000 Franken / Kind / Monat für die Unterbringung auch noch das Schulgeld für die Sonderschule von über 5'000 Franken / Kind / Monat, also insgesamt über 30'000 Franken / Monat.

Rechtliche und demokratische Schritte gegen die Ungerechtigkeit

In Fällen wie bei der Familie F. will der Initiativkreis «Kinder zurück nach Hause» rechtliche und demokratische Schritte unternehmen, die sich gegen die Ungerechtigkeit unrechtmässiger Fremdplatzierungen gesunder Kinder richten.

Wie können Sie als LeserIn von Linth24 einen Beitrag leisten? Der Initiativkreis möchte, dass möglichst viele Menschen in der Schweiz auf die Problematik aufmerksam gemacht werden. Informieren Sie interessierten Personen aus Ihrem Umfeld, indem Sie den Link zum Video mit Corinne F. schicken. Teilen Sie Behörden, PolitikerInnen oder kinderrechtlich aktiven Organisationen ihrer Wahl und ihres Vertrauens mit, dass Sie mit dieser Art von Fremdplatzierung der Kinder nicht einverstanden sind und Handlungsbedarf besteht. Mögliche Musterbriefe zu diesem Zweck finden Sie bei «Kinder zurück nach Hause».

Initiativkreis «Kinder zurück nach Hause»

Webseite: kinder-zurueck-nach-hause.jimdosite.com

Öffentliche Gruppe auf Facebook

Ein Flyer ist hier zu finden.

Corinne Fonseca, Hombrechtikon