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Gesundheit
14.03.2022
14.03.2022 10:58 Uhr

Epidemiologe gegen weitere Öffnungsschritte

Der Epidemiologe Marcel Salathé fordert den Bundesrat auf, die ÖV-Maskenpflicht und die Isolationspflicht beizubehalten. (Archivbild)
Der Epidemiologe Marcel Salathé fordert den Bundesrat auf, die ÖV-Maskenpflicht und die Isolationspflicht beizubehalten. (Archivbild) Bild: KEYSTONE/PETER KLAUNZER
Die wieder rasch steigenden Corona-Fallzahlen sind für den Epidemiologen Marcel Salathé besorgniserregend. Der Bundesrat sollte mit weiteren Öffnungsschritten noch zuwarten, so Salathé.

Dies sagte Salathé in einem Interview mit der «SonntagsZeitung». Die Corona-Pandemie sei noch nicht vorüber. Und er fürchte, das das Virus die Welt noch einige Male überraschen werde. Die Sterblichkeit und die Hospitalisierungsrate seien dank der Impfung und der fortschreitenden Immunisierung der Gesellschaft zwar tief.

Und das Risiko, an Corona zu sterben sei heute gleich oder kleiner als bei einer normalen Grippe, sagte der Wissenschaftler weiter. Doch das Virus verbreite sich derart stark, dass die Todesfälle und Spitaleinweisungen wieder zunehmen dürften.

Und die langfristigen Folgen einer Infektion seien noch nicht bekannt. Studien zeigten, dass eine Covid-Infektion das Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen erhöhen könnte. Er rate, vor diesem Hintergrund, vorsichtig zu bleiben.

Beibehalt der ÖV-Maskenpflicht und Isolationspflicht

Bei den momentanen Zahlen würde er mit der totalen Aufhebung der Maskenpflicht in Zügen und Bussen noch zuwarten. Die Isolationspflicht sollte ebenfalls beibehalten werden, bis die Zahlen wirklich tief seien, sagte Salathé.

Um sich auf eine weitere Corona-Welle im Herbst vorzubereiten, sei eine vierte Impfung für grosse Teile der Bevölkerung ins Auge zu fassen. Risikogruppen sollten sich damit vor schweren Verläufen schützen können. Und alle anderen könnten einen neuen temporären Infektionsschutz aufbauen und so die nächste Welle flacher halten.

sda / Linth24