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27.01.2022

«Angebot ist grosszügig»

Christopher Chandiramani: «Beide Banken sind gesund und halten solide Marktanteile in ihren Kerngebieten.»
Christopher Chandiramani: «Beide Banken sind gesund und halten solide Marktanteile in ihren Kerngebieten.» Bild: Linth24
Zur heutigen Information, dass die Liechtensteiner Landesbank die Bank Linth nun voll übernehmen wird, hat sich unser Börsenexperte, Christopher Chandiramani, Gedanken gemacht.

Im Jahre 2007 hatte die Liechtensteinische Landesbank rund 75 Prozent unserer Regionalbank, der Bank Linth, erworben. Nun planen die Liechtensteiner eine Vollübernahme. Die Börsenkotierung der Bank Linth soll aufgehoben werden.

Umtauschangebot

Aktionärinnen und Aktionäre der Bank Linth sollen bei der Übernahme wählen können, entweder CHF 600 Abgeltung in Cash, oder 5 Aktien der LLB und zusätzlich CHF 323 Auszahlung bzw. Barabfindung.
Mit einem Aufpreis von über 20 Prozent zum früheren Aktienkurs (unter CHF 500) ist das Angebot grosszügig (CHF 600). Mit dem Umtausch der Aktien ist auch die Zürcher Kantonalbank beauftragt. Details sind hier ersichtlich: www.llb.li. Den geprüften Jahresabschluss sowie den Finanzbericht wird die LLB-Gruppe am 25. Februar 2022 publizieren. Der Geschäftsbericht der LLB-Gruppe folgt am 25. März 2022.

Tätigkeit

Die Bank Linth mit Sitz in Uznach hatte letztmals einen Reingewinn von etwa CHF 25 Mio. und Bilanzsumme von rund 8 Mrd. - das Mutterhaus LLB in Vaduz entsprechend eine Bilanz von etwa CHF 24 Mrd. und einen Reingewinn von etwa CHF 138 Mio. Das Marktgebiet der Bank Linth ist die Region des oberen Zürichsees und die angrenzenden Bereiche der Kantone Zürich und Schwyz. Diese Universalbank betreibt rund 20 Filialen. Kundengruppen sind Private, Industrie und Gewerbe. Der Kreditbereich (Hypotheken) ist die wichtigste Tätigkeit.

Fazit

Gemäss Gesetz haben in der Schweiz Minderheitsaktionäre bei Übernahmen keine andere Wahl, als ein Angebot zu akzeptieren, wenn es von den Behörden (Übernahmekommisison) genehmigt wurde, was hier der Fall ist. Sonst droht der Zwangsverkauf («Squeeze-Out», d.h. Depotausbuchung gegen Auszahlung). Beide Banken sind gesund und halten solide Marktanteile in ihren Kerngebieten.
Leider dürfte eine lange anhaltende Tradition zu Ende gehen, die beliebte jährliche Generalversammlung der Bank Linth. Als Trost ist zu erwähnen, dass bis vor der Corona-Pandemie auch die Liechtensteiner Banken an ihren Generalversammlungen für ihre Aktionärinnen und Aktionäre stets das Feinste boten, betreffend Menus und Darbietungen, teilweise auch Geschenke an die Investoren. 
Für die Kundschaft dürfte sich wenig ändern. Einziger Unterschied – Liechtenstein kennt kein Kundengeheimnis mehr. Schweizer Banken sind dagegen für Inlandkunden zur Verschwiegenheit verpflichtet.

Christopher Chandiramani, Börsenanalyst und freier Mitarbeiter Linth24