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Rapperswil-Jona
19.01.2022
19.01.2022 14:17 Uhr

Ortsgemeinde möchte einen neuen Werkhof

Revierförster Urs Fuchs kennt die Nachteile des alten Werkhofs aus täglicher Erfahrung.
Revierförster Urs Fuchs kennt die Nachteile des alten Werkhofs aus täglicher Erfahrung. Bild: Jérôme Stern/Linth24
Der Werkhof der Ortsgemeinde Rapperswil-Jona soll einem Neubau mit besserer Verkehrsanbindung weichen. Nach einer Machbarkeitsstudie und einem Projektwettbewerb soll der Baubeginn 2024 erfolgen.

Der Werkhof der Ortsgemeinde Rapperswil-Jona im Joner Wald: Schöner könnte ein Arbeitsplatz kaum gelegen sein – rundum nur Natur, Wald und Stille. Doch ebendiese idyllische Lage gerät dem 40-jährigen Bau nun zum Nachteil. Denn für jede Fahrt, jeden Holztransport muss Revierförster Urs Fuchs gut einen Kilometer Waldweg zurücklegen, um auf die Holzwiesstrasse zu gelangen.

Noch komplizierter wird es, wenn Fuchs auf dem Waldweg Fussgänger, Jogger und Hündeler passieren muss, was in diesem Waldstück praktisch immer der Fall ist. Doch auch der Holzbau selbst entspricht laut dem Förster nicht mehr den aktuellen Anforderungen: «Die Arbeitsabläufe sind kompliziert und die Heizungstechnik ist stark veraltet», sagt er während eines Rundgangs. Selbst die Raumhöhe im grossen Werkraum sei ungenügend. «Mit einem Gabelstapler können wir hier nicht hineinfahren.» 

Die beengten Raumverhältnisse im Werkhof sind eine stetige Herausforderung. Bild: Jérôme Stern/Linth24

Wenig Raum, kaum geheizt

Vollends klar werden Urs Fuchs' tägliche Schwierigkeiten als er den engen Arbeitsraum zeigt. «Man muss sich die Platzverhältnisse vorstellen, wenn hier drin acht Personen gleichzeitig arbeiten», sagt er und deutet auf mehrere nahe beieinander liegenden Werkplätze. «Und dabei denke ich noch gar nicht an die Corona-Massnahmen.» 

Vor zwei Jahren begann die Ortsgemeinde mit Abklärungen, ob eine Sanierung des alten Werkhofs überhaupt Sinn mache. Das Ergebnis war ernüchternd: Eine Sanierung würde rund eineinhalb Millionen Franken kosten, könnte allerdings grundlegende Probleme wie etwa die zu geringe Raumhöhe und die schlechte Verkehrsanbindung nicht beheben. Der Geschäftsführer der Ortsgemeinde, Christoph Sigrist, erklärt einen weiteren Nachteil dieser Lösung: «Am alten Standort führt ein Waldweg direkt durchs Werkgelände. Hier laufen täglich zahlreiche Leute hindurch.» Das sei angesichts der schweren Maschinen und Lastwagen, die hier genutzt werden, nicht ganz unproblematisch.

Urs Fuchs (links) und Christoph Sigrist favorisieren einen neuen Werkhof beim «Martinsbrünneli» an der Rütistrasse. Bild: Jérôme Stern/Linth24

Neubau an der Rütistrasse 

Das Fazit der Abklärung war letztlich klar: Ein Neubau würde auf lange Sicht erheblich mehr Sinn machen. Wobei man mit Kosten von rund zweieinhalb Millionen Franken rechnen müsste. Gemäss Christoph Sigrist kommen hinsichtlich des Standorts momentan zwei Varianten infrage. Einerseits ein Neubau am alten Standort in der Grunau – oder andererseits ein Bau beim «Martinsbrünneli» an der Rütistrasse, nahe Oberlandautobahn und Entsorgungspark Engelhölzli. 

Der grosse Vorteil des neuen Standorts wäre seine ideale Anbindung ans Verkehrsnetz. Von der Rütistrasse aus sind auch die anderen Waldgebiete der Ortsgemeinde gut erreichbar. Der Zeitplan des Projekts ist relativ straff: Bis zum Frühsommer soll eine Machbarkeitsstudie erstellt werden, anschliessend möchte man den endgültigen Standort bestimmen. Diesen Sommer soll dann ein Projektwettbewerb gestartet werden. «Im Idealfall rechnen wir für 2024 mit dem Baubeginn», sagt Sigrist. Er rechne mit einer Bauzeit von rund einem Jahr. Ein kleiner Wermutstropfen bleibt für die Spaziergänger in der Grunau: Sie dürften den alten Werkhof im Wald vermissen, denn dass dieser abgebrochen wird, steht schon jetzt fest. Schliesslich darf ein Bau an diesem Standort ausschliesslich für Waldnutzung gebraucht werden. 

Jérôme Stern, Linth24