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Kanton
11.01.2022
12.01.2022 14:26 Uhr

Video zeigt Auseinandersetzung zwischen Stapo und Frau

Die Frau wollte sich gegenüber der Polizei nicht ausweisen.
Die Frau wollte sich gegenüber der Polizei nicht ausweisen. Bild: zVg
Am Montagabend fand vor dem Bildungsdepartement eine illegale Versammlung zur Maskenpflicht in Primarschulen statt. Diese wurde durch die Stadtpolizei aufgelöst. Dabei kam es zu einer Auseinandersetzung zwischen Polizei und einer Frau.

In den sozialen Medien kursieren Videos von einer Frau, die sich gegen Polizisten wehrt, als diese ihre Personalien aufnehmen wollten. Die Frau wehrte sich heftig. Auf Anfrage von stgallen24 bestätigt Dionys Widmer, stellvertretender Leiter Kommunikation der Stadt Polizei St.Gallen, den Zwischenfall.

Frau beschuldigt Polizistin

Am Montag hätten zwei Veranstaltungen stattgefunden. Zum einen ein Montagsspaziergang und zum anderen eine Versammlung gegen die Maskenpflicht in Primarschulen vor dem Bildungsdepartement. Die Polizei habe versucht, eine verantwortliche Person zu finden, um eine spontane Bewilligung einzuholen, wie Widmer sagt. Bei den Montagsspaziergängen habe dies funktioniert, bei der Versammlung an der Davidstrasse nicht. Niemand wollte sich als verantwortliche Person bekannt geben.

Per Megaphon hätte die Polizei verkünden lassen, dass diese Veranstaltung illegal sei. «Die meisten Personen vor Ort sind dann auch gegangen. Bei denen die geblieben sind, wurden die Personalien aufgenommen», so Widmer. Doch eine Frau trotzte den Polizisten und ihr wurde nach eigenen Aussagen keine Begründung geliefert, wieso sie ihre Personalien preisgeben soll. Sie hatte den Ort verlassen wollen, als es hiess, dass Personalien aufgenommen werden.

Doch eine Polizistin habe sie «abgefangen». Aus «rechtlichen Gründen» wollte die trotzende Frau auf ihrem Smartphone eine Aufnahme starten, woraufhin die Polizistin wütend geworden sei, wie die Frau auf Telegram schreibt.

So wurde die Frau durch die Stadtpolizei abgeführt und mit auf den Posten genommen, wo sie weiterhin passiven Widerstand geleistet habe und ihre Personalien partout nicht preisgegeben habe. Was die 47-jährige Schweizerin in den sozialen Medien anmerkt: Sie wurde die ganze Zeit über fair von der Polizei behandelt. Mittlerweile ist die Frau wieder Zuhause, doch sie wird zusammen mit den anderen acht Personen, die den Ort nicht verlassen wollten, wegen Hinderung einer Amtshandlung angezeigt, so Widmer.

Laut Widmer habe das Auflösen dieser Versammlung nichts mit der Pandemie zu tun. Grundsätzlich müssten Versammlungen auf öffentlichem Grund bewilligt werden – Corona hin oder her. Findet eine Kundgebung ohne entsprechende Bewilligung statt, machen sich die Teilnehmenden strafbar.

Bewilligte Demonstration in der Innenstadt

Die zweite Veranstaltung, bei welcher es ebenfalls gegen Corona-Massnahmen ging, fand ohne grössere Probleme statt. Zirka 70 bis 80 Personen versammelten sich für einen Demonstrationszug am Hauptbahnhof.

Für die Veranstaltung ging ebenfalls kein Gesuch ein. Jedoch konnte die Stadtpolizei St.Gallen eine verantwortliche Person ausfindig machen und dieser eine Bewilligung vor Ort erteilen. Die Personen liefen anschliessend durch die Innenstadt, wobei sie kurzzeitig eine andere Route als die Vorgegebene wählten. Dies konnte schnell und ohne Probleme geklärt werden.

pez/stgallen24/ Linth24