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07.12.2021

Oberlandautobahn: Nächster Schritt im Januar

Die Oberlandautobahn durchquert die Kantone Zürich, St. Gallen und Schwyz – hier der Autobahnkreisel Betzholz in Hinwil.
Die Oberlandautobahn durchquert die Kantone Zürich, St. Gallen und Schwyz – hier der Autobahnkreisel Betzholz in Hinwil. Bild: FDP Wetzikon
Seit 36 Jahren ist der Autobahnanschluss im Zürcher Oberland ein Dauer-Brennpunkt – auch für Autofahrer aus dem Linthgebiet. Doch wie steht es nun eigentlich um das Projekt Lückenschliessung?

Vor zwei Jahren brachte der Kanton Zürich neben der Richtplanversion eine neue Variante der Oberlandautobahn auf den Tisch: Die «Tunnel tief»-Variante, bei der die Autobahn mit einer unterirdischen, im Fels verlaufenden Verbindung von Wetzikon ins Betzholz, verlaufen sollte. Der Astra-Direktor, Jürg Röthlisberger, räumte dieser Variante seinerzeit an einer Informationsveranstaltung gute Chancen ein, weil der Moorschutz besser berücksichtigt werden könne und es auch weniger negative Begleiterscheinungen für die Bevölkerung gebe. Auch die Verzweigung Ottikon sei damit einfacher zu realisieren.

25 Prozent höhere Kosten

Nachteil der «Tunnel tief»-Variante sind die um 25 Prozent höheren Kosten gegenüber der Richtplan-Variante. Damals zeigte sich der Astra-Direktor jedoch zuversichtlich, dass sich die Kosten noch senken liessen.

Vielleicht im Januar 2022

Welcher Variante der Bundesrat den Vorzug gibt, wird die Öffentlichkeit dieses Jahr nicht mehr erfahren. Wie Jürg Röthlisberger gegenüber dem Onlineportal zueriost.ch sagte, werde der Bundesrat die Botschaft zum Strategischen Entwicklungsprogramm der Strasseninfrastrukturen (STEP) voraussichtlich im Januar 2022 verabschieden. In diesem Programm werde sich der Bundesrat auch zum Projekt Lückenschliessung der Oberlandautobahn äussern. Im Anschluss an diese Präsentation können sich dann die Kantone, Verbände und Parteien zum STEP vernehmen lassen.

Seit 36 Jahren ist der Autobahnanschluss im Zürcher Oberland ein Dauer-Brennpunkt. Nachdem der Bundesrat 1985 beschlossen hatte, das Teilstück der Oberlandstrasse zwischen Uster und Betzholz von der Genehmigung auszunehmen, reichte K. Schellenberg 1998 eine Motion für eine Kreditvorlage zum Bau der Oberlandstrasse zwischen Oberuster und Betzholz ein. 1999 überwies der Kantonsrat die Motion an den Regierungsrat. Der Kanton sprach daraufhin einen Kredit für das generelle Projekt Oberlandstrasse. 2003 bewilligte der Kantonsrat den Kredit zur Planung des Ausführungsprojektes.

Weitere Eckdaten:

  • 2004/2005: Beginn der Planungsarbeiten, Vorstellung des Ausführungsprojektes und Planauflage
  • 2006: Der Bund nimmt die Oberlandstrasse in den "Sachplan Verkehr" auf.
  • 2010: Bundesrat und Verwaltung (ASTRA) geben grünes Licht zum Verfahren und zum ausgearbeiteten Projekt. Der Regierungsrat akzeptiert den Kompromissvorschlag zur Finanzierung.
  • 2012: Bundesgericht heisst eine Beschwerde gegen das Ausführungsprojekt gut.
  • 2014: Der Kanton Zürich präsentiert neue Varianten zur Linienführung.
  • 2017: Der Kantonsrat beschliesst den Eintrag der neuen Linienführung im kantonalen Richtplan.
  • 2019: Der Regierungsrat spricht einen Planungskredit von 2,7 Mio. Franken zum Forcieren des Projekts.
  • 2020: Per 1. Januar 2020 hat das Bundesamt für Strassen das Projekt Oberlandautobahn übernommen: Für die Strecke zwischen Brüttisellen und Reichenburg ist seither der Bund zuständig.

Quelle: www.oberlandstrasse.ch

Zürioberland24/ Linth24