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Gesundheit
12.02.2021
12.02.2021 06:12 Uhr

Geburt ohne Covid-Test verweigert

Eine Hochschwangere weigerte sich im Spital Schwyz, einen Covid-Test zu machen. (Bild: Anouk Arbenz) Bild: Anouk Arbenz
Gilt eine Hochschwangere in den Wehen als medizinischer Notfall? Spital Lachen musste einspringen...

Das Finanz- und Bankenportal «Inside Paradeplatz» deckte einen Fall von unterschiedlichem Umgang mit einer Patientin in den Schwyzer Spitälern auf. Unter dem Titel «Spital Schwyz setzt Test-Verweigerin in Wehen vor die Tür» schildert die Plattform die Geschichte eines jungen Schwyzer Paars, das für die Geburt des dritten Kindes vereinbarungsgemäss die Geburtsstation des Spitals Schwyz aufsuchte. Die Hebamme wollte mittels Nasen- und Rachenabstrich an der Hochschwangeren einen Virus-Test vornehmen. Die Frau liess es jedoch nicht zu. Man habe ihr zugesagt, dass kein Test nötig sei. Das Spital Schwyz bestand auf einem Covid-Test.

Kein Problem in Lachen

«Der Mann rief im Spital Lachen an. Kein Problem, hiess es dort, einfach vorbeikommen», schreibt das Online-Portal. «Auf dem Parkplatz erwartete sie ein Arzt des Spitals Lachen. Er erklärte ihnen das Prozedere – ein Covid-Test gehörte nicht dazu.»

Die Sprecherin des Spitals Schwyz wird wie folgt zitiert: «In der sich ständig verändernden Pandemielage sind wir dafür verantwortlich, unsere Patientinnen und Patienten sowie unsere Mitarbeitenden optimal und maximal vor einer Infektion zu schützen.» 

Die Mitarbeitenden mit Patientenkontakt würden FFP2-Masken tragen. Sämtliche Patientinnen und Patienten würden bei einem Eintritt auf Sars-CoV-2 getestet und unter Berücksichtigung des Resultats behandelt. «Medizinische Notfälle werden jederzeit entsprechend der fachspezifischen Handlungsrichtlinien und unter der Berücksichtigung der infektiologischen Umfeldanalyse behandelt. Ein erweitertes Schutzkonzept kann angewendet werden», gibt «Inside Paradeplatz» eine schriftliche Stellungnahme aus dem Spital Schwyz wieder und schliesst daraus: «Die Hochschwangere mit Wehen wurde nicht als medizinischer Notfall betrachtet. Ihre Weigerung, einen Test zu machen, fiel in die Kategorie Renitenz. Sie wurde nicht behandelt.»

«Behandeln alle gleich in Notfallsituationen»

Im Spital Lachen habe man flexibler gehandelt, so das Portal. «Wir als Spital behandeln alle Patienten in Notfallsituationen gleich und leisten Erste Hilfe. Die entsprechenden Vorgaben müssen von Mitarbeitenden eingehalten und von den Patienten und Angehörigen eingefordert werden», hiess es seitens des Spitals Lachen gegenüber «Inside Paradeplatz». Wehre sich ein Patient oder Angehöriger gegen die Vorgaben, suche das Spital Lachen zusammen mit der betroffenen Person nach der bestmöglichen Lösung – «immer unter Berücksichtigung der aktuellen Situation».

Stefan Grüter, Linth24/March24