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Kanton
19.01.2021
18.01.2021 14:26 Uhr

Liebesnacht endet mit Tod – St.Galler Chefarzt angeklagt

(Symbolbild) Bild: zVg
Eine lustvolle Nacht endete für die Geliebte eines St.Galler Chefarztes tödlich. Der Mann wurde angeklagt, der Fall hätte gestern im Kreisgericht St.Gallen verhandelt werden sollen.

Im Sommer 2015 verabredete sich ein St.Galler Chefarzt mit seiner Affäre in seiner Wohnung. Einige Stunden später war sie tot. Nun wurde der 55-jährige Mann angeklagt und muss sich vor dem Kreisgericht St.Gallen wegen fahrlässiger Tötung und Unterlassen der Nothilfe verantworten. Der Gerichtstermin vom Montag 18. Januar 2021 wurde allerdings verschoben. 

Fahrlässige Tötung und Unterlassen der Nothilfe

Gemäss Anklageschrift sei es einvernehmlich zu mehrstündigen, intensiven Sexspielen und Geschlechtsverkehr gekommen. Die untergewichtige Frau soll so während Stunden einer erheblichen körperlichen Beanspruchung ohne Flüssigkeitsaufnahme ausgesetzt gewesen sein. Da der Beschuldigte Arzt ist, wird ihm vorgeworfen, den Tod fahrlässig verursacht zu haben. Die Risiken hätten ihm bewusst sein müssen. Die Verstorbene soll Kratzer, Narben und Hämatome an Armen, Beinen und am Oberkörper gehabt haben. Sie hatte ebenfalls blaue Flecken.

Wie das «St.Galler Tagblatt» berichtet, hatte die Frau aus Italien den ganzen Abend hinweg Kontakt mit ihrem Ehemann gehabt. Um 23:52 Uhr schrieb er ihr eine Nachricht, ob sie sich am nächsten Tag sehen würden. Sie antwortete nicht mehr. Der St.Galler Chefarzt hat um 1:15 Uhr die Stadtpolizei St.Gallen angerufen. Die Staatsanwaltschaft geht deshalb davon aus, dass die Frau zwischen 00:40 und 1:15 Uhr verstorben ist.

Bedingte Freiheitsstrafe und Verbindungsbusse

Nicht nur die sexuellen Handlungen seien für den plötzlichen Tod verantwortliche gewesen, sondern auch ihre körperliche Verfassung. Die Kombination zwischen ihrem Untergewicht, der hohen Temperaturen und der fehlenden Flüssigkeitsaufnahme mit dem gewaltvollen Geschlechtsverkehr soll für den Tod verantwortlich sein.

Der verheiratete Chefarzt wird ebenfalls der unterlassenen Hilfeleistung beschuldigt. Er habe weder lebensrettende Massnahmen ergriffen noch die Ambulanz gerufen. Das Sexspielzeug habe kurz nach dem Anruf bei der Stadtpolizei St.Gallen im Keller versorgt.  Die Staatsanwaltschaft beantragt eine bedingte Geldstrafe von 240 Tagessätzen zu CHF 650.00 und eine Verbindungsbusse von CHF 6'500.00. Der Verhandlungstermin war eigentlich am 18. Januar um 9 Uhr vorgesehen, wurde aber für unbestimmte Zeit verschoben.

Update folgt...

Matilda Good, Linth24/stgallen24