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Rapperswil-Jona
05.01.2021
06.01.2021 07:16 Uhr

Schlägerei in Rapperswil: «Total traumatisiert»

Die Schlägerei in Rapperswil bleibt nicht ohne Folgen (Symbolbild). Bild: zvg
Bei einer Schlägerei in Rapperswil-Jona musste ein Opfer ins Spital gebracht werden. Aus seinem Umfeld ist zu vernehmen, dass es ihm gar nicht gut gehe und dieser Gewaltakt kein Einzelfall gewesen sei.

Am Silvesterabend kam es zu einer Schlägerei in Rapperswil-Jona. Dabei wurden zwei Männer im Alter von 21 und 25 Jahren auf dem Schlüsselplatz von mehreren Männern mit Faustschlägen und Tritten traktiert. Der dabei verletzte 21-jährige Mann musste in Spitalpflege gebracht werden.

Linth24 konnte durch sein Netzwerk Kontakt zum Umfeld der Betroffenen herstellen und erhielt folgende Zuschrift per SMS: «Ja, mein Sohn hat mir eben davon erzählt, da 2 seiner Klassenkameraden darin involviert sind und auf der Polizei aussagen werden.» Beim Versuch, direkten Kontakt mit einem der Opfer aufzunehmen, kam folgende Antwort: «…er ist wirklich nicht in der Lage, ein Interview zu geben.»

Durch Übergriffe aufgefallen

Weitere Kontakte im Umfeld der Opfer möchten zu den Vorfällen ebenfalls keine Stellung nehmen, weil das Erlebte tiefe Spuren hinterlassen habe. Ein Grund, sich gegenüber der Öffentlichkeit bedeckt zu halten, liegt vielleicht in der Aussage, dass der Täter bereits schon mal durch Übergriffe aufgefallen sei. «Ein Kolleg ist total traumatisiert, da der Angreifer dies schon öfter gemacht hat», hiess es gegenüber Linth24.

Anbei ein Auszug des SMS-Verkehrs mit der Mutter, deren Sohn mit dem Opfer zur Schule geht. Bild: Linth24

Kommentar

Die Vorfälle vom Silvester führen zur Frage, ob Justitia ab und zu einfach wegschaut, wenn es um die Disziplinierung von Individuen geht, denen die soziale Intelligenz ganz oder teilweise abhanden kam. Rapperswil-Jona war leider in den letzten Jahren immer wieder durch Gewaltexzesse in den Medien präsent. Ganz zu schweigen von Vorfällen, die es nicht in die Schlagzeilen schafften, aber dennoch bei Betroffenen und deren Umfeld präsent bleiben. Hier sind die Behörden auf jeder Stufe gefordert und man darf sich fragen, ob Kanton, Stadt und Schulen ihre präventive Verantwortung wirklich wahrnehmen.

Kein Polizeistaat
Wir alle wollen auf keinen Fall einen Polizeistaat. Aber wenn an der Fasnacht randalierende Mobs jugendlicher Möchtegern-„Gangsta’s“ Jagd auf Schwächere machen, wenn die Stadt an öffentlichen Feiertagen (1. August, Geissebei, Silvester) regelmässig in den Medienmitteilungen der Kapo erscheint, dann fragt sich der eine oder andere Bürger schon, ob die Behörden über griffige Konzepte verfügen, um diesen Auswüchsen Herr zu werden.

Wegschauen keine Lösung
Die ganze Corona-Misere trägt auch noch dazu bei, das soziale Spannungsfeld zum Knistern zu bringen. Wenn sich keine Möglichkeiten mehr bieten, sich sozialverträglich auszuleben, dann wird die Lunte immer kürzer. Den Betroffenen vom Silvesterabend ist zu wünschen, dass sie professionelle Unterstützung zur Verarbeitung des Erlebten erhalten und die Täter benannt und bestraft werden. Wegschauen oder schweigen kann nie die Lösung sein.

Markus Arnitz, freier Mitarbeiter Linth24