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Freizeit
13.12.2020
15.12.2020 07:41 Uhr

Container-Party: «Wir wären freiwillig nach Hause»

Die Polizei hat in Unteriberg eine Container-Party mit rund 80 Teilnehmenden aufgelöst. Bild: zvg
Die Polizei hat am Samstagabend eine Container-Party mit angeblich 80 Teilnehmenden aufgelöst. Die Partyteilnehmer werden verzeigt. Nun wehren sich die Teilnehmer: Alles sei übertrieben gewesen.

Eine Polizeipatrouille war gegen 22 Uhr in der Industrie Unteriberg auf die Party aufmerksam geworden. Rund die Hälfte der Teilnehmenden habe sich nicht wegweisen lassen, heisst es in der Polizei-Mitteilung. Mit den daraufhin aufgebotenen Ordnungsdienstkräften wurde die Party anschliessend aufgelöst und alle Personen kontrolliert.

Schlagstöcke und Elektroschock-Taser

Florian A.* (21) – der selbst an der Party feierte – schildert im «Blick» den verhängnisvollen Abend. «Wir waren 20 bis 30 Personen, die zusammen Bier tranken.» Die Teilnehmerzahl rechnet er runter: «Die Polizei spricht von 80 Personen. Doch das ist falsch. So viele passen gar nicht in die Container.» 

Er erinnert sich: «Eine Patrouille mit zivilen Beamten sagte uns, wir müssten im Container warten. Ich durfte nicht einmal raus auf die Toilette!» Laut dem Partygast kamen zwei Stunden später weitere Polizisten dazu: «Sie waren in Vollmontur, hatten Schlagstöcke und einen Elektroschock-Taser.» Die Spezialeinheit habe das Fest dann mit Gewalt geräumt. Sein Urteil: «Das war unnötig. Wir wären auch freiwillig nach Hause gegangen. Doch wir durften nicht und mussten warten.»

Partygast Michael O.** (19) sieht das genauso: «Der Einsatz war übertrieben!» Aber fast niemand habe eine Maske getragen. Laut «Blick»-Recherchen würden seit rund zwei Monaten im Container immer wieder Partys stattfinden mit jungen Erwachsenen aus den umliegenden Dörfern. Einen Veranstalter der Alkohol gegen Geld ausschenkt, gebe es laut den Partygästen nicht. Einzige Regel vor Ort: Man habe das Bier selbst mitzubringen!

Zwei Personen verhaftet

Zwei Personen wurden verhaftet, eine wegen Gewalt und Drohung gegen Beamte, die zweite zur Ausnüchterung, wie die Kantonspolizei Schwyz am Sonntag mitteilte.

Sämtliche Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Party werden wegen des Verstosses gegen die Massnahmen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie verzeigt.

Linth24/SDA