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Gesundheit
09.12.2020

Verein Pallivia hilft schwerstkranken Kindern

Der Uzner Kinderarzt Jürg Streuli als Leiter der Pädiatrischen Palliative Care hilft vor Ort. Bild: ZVG / Verein Pallivia
Der Verein Pallivia hilft Kindern mit komplex-chronischen, oft lebensverkürzenden Krankheiten und unterstützt Kinderärzte in besonderen Situationen. Ein Uzner Kinderarzt baut ein Netzwerk mit 24h-Notruf auf.

Vor wenigen Monaten hat der Uzner Kinderarzt Jürg Streuli als Leiter der Pädiatrischen Palliative Care am Ostschweizer Kinderspital St.Gallen den Verein Pallivia ins Leben gerufen, um Kindern mit meist lebensbedrohlichen Krankheiten zu helfen.

Seit Jahren widmet sich Jürg Streuli den schwerstkranken Kindern, reist zu ihnen nach Hause auch bei stundenlanger Anfahrt und sorgt sich Tag und Nacht um sie. Er unterstützt die behandelnden Kinderärzte bei komplexen Fragen.

Mehr Lebensqualität durch Behandlung zu Hause

Damit die umfassende Betreuung und Begleitung von schwerstkranken Kindern dort stattfinden kann, wo sich das Kind und die Familie am wohlsten fühlt, fördert Pallivia gezielt die vorhandenen lokalen Ressourcen.

«Wir möchten es den Kindern und ihren Familien ersparen, mit den komplexen medizinischen und psychologischen Fragen unnötig auf der Notfallstation zu landen, wenn wir die Symptome auch zu Hause behandeln und gleichzeitig die Lebensqualität erhöhen können», begründet Jürg Streuli der persönlichen Unterstützung vor Ort.

Mit Erfahrungsaustausch, Weiterbildung und dem Nottelefon rund um die Uhr wird mit Pallivia ein neues Netzwerk über die Regionen gespannt.

Ganzheitliche Unterstützung zum Wohl des Kindes

Vom Zürichsee bis ins Engadin, vom Glarnerland bis zum Bodensee reicht das Versorgungsgebiet, in dem rund 500 Kinder mit Geburtsfehlern, Krebs, seltensten Krankheiten oder nach Unfällen betreut werden.

Dabei geht es nicht nur um medizinische Hilfe, sondern gar manchmal auch um den Schutz vor zu viel an medizinischen Eingriffen, denn Leben, so das Credo des Vereins, soll auch mit Qualität und Geborgenheit gefüllt werden, nicht nur mit Zeit.

So ist pädiatrische palliative Hilfe auch immer ein Zusammenspiel von Medizin, Psychologie, Umgebung und Spiritualität. Nur mit ganzheitlicher Unterstützung kann dem Wohl des Kindes und seiner Familie entsprochen werden. So konnte eines der Kinder mit Streulis Hilfe vor Weihnachten nochmals nach Hause, um in der geborgenen Umgebung der Familien den Weihnachtsbaum zu erleben.

«Die Betreuung von Kindern mit lebensverkürzenden Krankheiten ist anspruchsvoll aber auch erfüllend», sagt Jürg Streuli. Das ist wohl mehr als Beruf, nämlich die Berufung.

Rotary Oberer Zürichsee mit Startkapital

Aufgrund unvollständiger und fehlender Finanzierung durch Krankenkassen unterstützt der Verein Pallivia die Ressourcen für die Betreuung von schwerstkranken Kindern vor Ort.

Als ehrenamtlicher Präsident ist Jürg Streuli auf Spendengelder angewiesen. Der Rotary Club Oberer Zürichsee unterstützt ihn dabei finanziell in der Aufbauphase des Netzwerkes mit jährlichen Beiträgen.

Für Spenden: www.pallivia.ch

Rot. Peter Blöchlinger, Uznach