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07.07.2022

SNB-Devisenberg kleiner geworden

Die Devisenreserven der Schweizerischen Nationalbank (SNB) sind im Juni deutlich gesunken. Allerdings dürfte der Rückgang laut Experten vor allem mit den Bewertungseffekten auf den Obligationen und Aktien der SNB zu erklären sein und nicht mit all...
Die Devisenreserven der Schweizerischen Nationalbank (SNB) sind im Juni deutlich gesunken. Allerdings dürfte der Rückgang laut Experten vor allem mit den Bewertungseffekten auf den Obligationen und Aktien der SNB zu erklären sein und nicht mit all... Bild: KEYSTONE/ANTHONY ANEX
Geldpolitik – Die Devisenreserven der Schweizerischen Nationalbank (SNB) sind im Juni deutlich gesunken. Allerdings dürfte der Rückgang laut Experten vor allem mit den Bewertungseffekten auf den Obligationen und Aktien der SNB zu erklären sein und nicht mit allfälligen Verkäufen.

Der Rückgang der SNB-Devisenreserven belief sich im Juni auf 75,63 Milliarden Franken oder 8,2 Prozent, wie einer Mitteilung der SNB vom Donnerstag zu entnehmen ist. Der Gesamtbestand der Reserven (exklusive Gold) erreichte noch 862 Milliarden nach 939 Milliarden Franken im Mai. Die Daten sind gemäss dem sogenannten Standard zur Verbreitung von Wirtschafts- und Finanzdaten (SDDS) des Internationalen Währungsfonds (IWF) erstellt.

"Der Rückgang dürfte vor allem die Wertentwicklung auf den globalen Märkten widerspiegeln und nicht die neue Geldpolitik", sagte auch UBS-Ökonom Alessandro Bee gegenüber der Nachrichtenagentur AWP. Neben den Rückgängen an den Aktienmärkten sind in den vergangenen Monaten auch die Kurse von Obligationen in der Folge des Zinsanstiegs stark gesunken. Als weiterer Faktor kommt dazu, dass sich im Juni sowohl der Euro wie auch der US-Dollar gegenüber dem Franken verbilligt haben.

SNB: Franken nicht mehr überbewertet

In den vergangenen Wochen hatten auch die von Ökonomen stark beachteten Sichtguthaben der Banken bei der SNB wenige Hinweise darauf gegeben, dass die SNB ihre in den vergangenen Jahren angehäuften Fremdwährungspositionen nun wieder abbauen würde. Zwar hatten sich die Sichtguthaben leicht rückläufig entwickelt, dies war von Ökonomen aber eher mit einer gesunkenen Nachfrage der Banken nach Liquidität erklärt worden.

Die SNB hatte an ihrer letzten Lagebeurteilung Mitte Juni erklärt, dass sie den Franken nicht mehr als überbewertet erachte. Entsprechend wäre sie bei einer "übermässigen Aufwertung" bereit, Devisen zu kaufen, sagte SNB-Präsident Thomas Jordan damals.

Allerdings erwarten Bankökonomen Devisenverkäufe erst bei einer klaren Abschwächung des Frankens: CS-Ökonom Maxime Botteron etwa würde dies bei einem Eurokurs ab 1,04 bis 1,05 Franken erwarten, wie er vergangene Woche in einer Studie geschrieben hatte. Derzeit notiert der Euro mit rund 99 Rappen allerdings deutlich unter dieser Schwelle.

Keystone-SDA