
Daniel Hösli, Sie sind der Kommandant der Patrouille Suisse und sind selbst aktiv mit der Kunstflugstaffel geflogen. Wie lange bleiben Sie nun schon auf dem Boden während den Shows?
Daniel Hösli: Seit elf Jahren bin ich am Boden verantwortlich für den Ablauf im Team, die Administration und Organisation der Patrouille Suisse. Fliegen können sie selber, kleine Anweisungen die Sicherheit betreffend kommen von mir. Haben wir Passagiere wie Fotografen oder Journalisten dabei, fliege ich mit denen neben der Formation her. Elf Jahre, von 1987 bis 1997, bin ich selbst im Team der Patrouille Suisse geflogen.
Wie gehen Sie damit um, der Kommandant der «Visitenkarte der Schweizer Luftwaffe» zu sein?
Daniel Hösli: Wir werben für die Fliegerei. Die Patrouille Suisse soll präzise und genau fliegen, «präzis wie es Schwiizer Ührli», sage ich jeweils. Jede Kunstflugformation fliegt so, wie es zum Land passt. Wir fliegen wie Schweizer, die Italiener sind lebendiger und die Engländer eleganter. Fakt ist, die Fliegerei ist top gefragt, auch wenn sie etwas laut und stinkig ist.
Wer darf in der Patrouille Suisse fliegen?
Daniel Hösli: Wir sind alles Berufspiloten auf der F/A-18. Nur einer von zehn schafft es, ein solcher zu werden. Um in der Patrouille Suisse eines Tages mitzufliegen, stehen die Chancen noch schlechter. Man kann sich bei uns nicht bewerben. Jeder Pilot muss einstimmig vom Team in die Patrouille Suisse gewählt werden. Wir verbringen doch zwanzig Wochenenden zusammen im Team, das muss in der Luft wie auch auf dem Boden passen.
Ihr werdet schon auch ab und zu «angefeindet» mit kritischen Bemerkungen betreffend Umweltverschmutzung und dem Verbrauch. Was sind die Gegenargumente?
Daniel Hösli: Wir fliegen sowieso täglich. Ein Flug mit der Tigermaschine der Patrouille Suisse verbraucht halb so viel Treibstoff und verursacht halb so viel CO2-Ausstoss gegenüber einem Flug mit der F/A-18. Unsere Piloten absolvieren dreissig Prozent ihres gesamten Trainings mit der Patrouille Suisse, was somit 400 Stunden weniger Umweltbelastung bedeutet.
Seit wann trainiert die Patrouille Suisse über dem Obersee und warum eigentlich gerade hier?
Daniel Hösli: Seit vierzig Jahren trainieren wir hier. Wir müssen über dem Gelände fliegen können und hier ist es ideal. Zwei Drittel unserer Show findet über dem Wasser statt. Ausserdem ist die Region hier auch gut gelegen zwischen den Flughäfen Emmen und Dübendorf.
Wie schnell fliegt eigentlich eine solche Tiger?
Daniel Hösli: Vor dem Looping haben wir eine Geschwindigkeit von 950 km/h, am höchsten Punkt des Loopings auf 3000 Metern sind wir noch 400 km/h schnell. Zwischen 400 und 1100 km/h sind wir also schon schnell.
Was mögen Sie persönlich ausser dem Tempo?
Daniel Hösli: Die Ruhe! Ich habe zwei Teiche, einen Bach, Koi-Fische und in der Gemeinschaft insgesamt 5000 Quadratmeter Wald. Ich bin ein passionierter Naturliebhaber.
War es Ihr Bubentraum, Militärpilot zu werden?
Daniel Hösli: Mein Grossvater flog schon und mein Vater auch. Die Fliegerei lag bei mir also in der Familie. Mein Bubentraum war wirklich, Pilot zu werden, die zweite Wahl wäre der Beruf des Biochemikers gewesen (schmunzelt).
Die Patrouille Suisse fliegt zwei Mal am Seenachtsfest in Lachen dieses Wochenende und ihr fliegt öfters für grosse Fest- oder Sportanlässe. Feiern Sie und die Piloten auch mal?
Daniel Hösli: Natürlich tun wir das. Nach der Signierstunde am Samstag werden wir auch alle gemeinsam essen gehen und das Seenachtsfest geniessen. Wir sind happy mit der Region und fliegen für die Lachner immer sehr gerne.
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